Bisher kaum Kirchen geschlossen

von Redaktion

München – In den vergangenen Jahren sind nur wenige katholische Kirchen in Bayern geschlossen worden. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Bistümern im Freistaat ergeben. Die Bistümer meldeten insgesamt etwa zehn dieser sogenannten Profanierungen.

Seit 2010 wurden etwa im Bistum Regensburg nach Angaben eines Sprechers drei Filial- oder Klosterkirchen profaniert. Eine weitere Profanierung werde derzeit vorbereitet. Im Bistum Augsburg wurde beispielsweise die Pfarrkirche St. Joseph in Teilen profaniert. Ihr Hauptschiff dient nun als Teil des Bistumsarchivs. Im Bistum Passau wird eine profanierte Kirche inzwischen für Ausstellungen genutzt.

Vergangene Woche hatte das Erzbistum München und Freising bekannt gegeben, in Zeiten sinkender Einnahmen auch die Schließung von Kirchen in Betracht zu ziehen. Es ist nicht die einzige Diözese, die darüber nachdenkt. Die „Ausgestaltung der Pastoralräume im Bistum“ werde überprüft, sagt Michael Huber, Generalvikar des Bistums Eichstätt. „Es ist leider absehbar, dass wir unsere Gemeinden und Einrichtungen mit einer zu groß gewordenen Infrastruktur überfordern. Anpassungen sind sicher schmerzhaft, aber notwendig.“

Nach Angaben der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gibt es bundesweit rund 24 000 sakrale Kirchengebäude, von denen etwa 22 800 denkmalgeschützt sind. Bei 587 katholischen Kirchen bundesweit wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts die liturgische Nutzung beendet, davon wurden bisher 211 Kirchen verkauft, 164 wurden abgerissen. Seit 1995 wurden aber auch 77 katholische Gotteshäuser neu gebaut.  dpa

Artikel 5 von 7