„Dritte Startbahn weiterhin Option“

von Redaktion

„Aufgemuckt“ über Interview des Flughafenchefs verärgert

München – Der Flughafen München steckt in einer schweren Krise. Bei den Passagierzahlen liegt das Minus aktuell bei rund 75 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Die Zahl der Flüge ist ebenfalls stark gesunken – um 65 Prozent. Da erstaunt eine Aussage von Flughafenchef Jost Lammers zur dritten Startbahn. Für den Manager bleibt der Bau einer dritten Piste „weiterhin eine langfristige Option“, wie er dem Online-Magazin „Aerotelegraph.com“ in einem Interview sagte. „Wir gehen fest davon aus, dass der mittel- und langfristige Mobilitätsbedarf und damit auch der weltweite Luftverkehr in Zukunft weiter wachsen werden“, erklärte er weiter.

Lammers zufolge hält der Flughafen an seiner Einschätzung fest, dass frühestens 2024 das Vorkrisenniveau von etwa 48 Millionen Passagiere erreicht werden wird. Aktuell habe die Verschärfung der Pandemie mit Auftreten der neuen Coronavirus-Variante Omicron dazu geführt, dass nach einem leichten Aufwind im Oktober mit zwei Millionen Passagieren die Zahl der Fluggäste im November wieder auf 1,6 Millionen gesunken sei. Lammers sagte weiter, er erwarte in Deutschland kein Verbot von Kurzstreckenflügen. Der Anteil der Passagiere, die auf Kurzstrecken bis maximal 400 Kilometer reiste, liege unter zehn Prozent, zumeist handele es sich um Umsteiger, die das Drehkreuz München nutzen.

Bei den Startbahn-Gegnern registriert man die Ausführungen von Lammers mit Ärger. „Unfug“, kommentiert Christian Magerl, Sprecher des Anti-Startbahn-Bündnisses „Aufgemuckt“. Der Flughafen werde 2021 höchstens 150 000 Flüge zählen – der bisherige Höchstwert liegt bei 432 000. Der Flughafen solle sich „ehrlich machen“ und beantragen, die dritte Startbahn aus dem Planfeststellungsbeschluss zu streichen. Die Region werde durch die Bauoption „blockiert“. DIRK WALTER

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