Ganztagsanspruch bis zur 6. Klasse

von Redaktion

FDP fordert bayerischen Sonderweg – Ministerium wiegelt ab

München – Die FDP-Landtagsfraktion fordert, den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz bis einschließlich der sechsten Klasse auszudehnen. Das soll schon bis 2025 umgesetzt sein – und damit ein Jahr, bevor bundesweit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulen zunächst für die 1. Klasse greift. „Wir müssen schneller sein als der Bund“, sagte der FDP-Schulexperte Matthias Fischbach.

Es dürfte Milliarden kosten, das ehrgeizige Ziel umzusetzen. Im bundesweiten Vergleich liegt der Freistaat bei den schulischen Ganztagsangeboten seit Jahren auf dem letzten Platz. Die FDP führt eine Studie an, wonach in Bayern bis 2030 zwischen 108 000 und 136 00 weitere Plätze geschaffen werden müssen. Der Bedarf sei da, sagt Fischbach. Zwar gebe es Eltern, die ihr Kind definitiv nicht ganztags in die Schule geben wollen. Doch es solle auch niemand gezwungen werden. Wichtig sei, Ganztagsschule als Bildung zu begreifen, nicht als bloße Betreuung. Daher müsse auch der Staat komplett dafür zuständig werden – was bedeuten würde, dass er und nicht mehr die Kommunen auch alle Fachkräfte bezahlen würde. Ein Hauptproblem nennt Fischbach gleich selbst: Es fehlt Personal. Dazu müssen die Bayern Quereinsteigerprogramme für das Lehramt schaffen, Ausbildungskapazitäten erhöhen und auch mehr Lehramtsstudenten gegen Bezahlung engagieren. Das Kultusministerium sieht die Lage weit weniger dramatisch. Jeder genehmigungsfähige Antrag auf Einrichtung eines Ganztagsangebots werde genehmigt, betonte ein Ministeriumssprecher. Eine Erweiterung bis zur 6. Klasse sei von Bund und Ländern nicht vereinbart. dw

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