Özdemir fordert höhere Preise für Lebensmittel

von Redaktion

München/Berlin – Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat sich gegen Dumping-Preise für Lebensmittel ausgesprochen. „Es darf keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben, sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima“, sagte Özdemir der „Bild am Sonntag“. Er sagte zudem einen Hanf-Boom auf deutschen Feldern nach der Legalisierung von Cannabis voraus und kündigte verbindliche Regelungen für weniger Zucker in Lebensmitteln an.

Zu den Lebensmittelpreisen sagte Özdemir: „Manchmal habe ich das Gefühl, ein gutes Motoröl ist uns wichtiger als ein gutes Salatöl“. Lebensmittel dürften zwar kein Luxusgut werden, doch der Preis müsse „die ökologische Wahrheit stärker ausdrücken“.

Der bekennende Vegetarier will unter anderem die Zahl der Nutztiere in Deutschland einschränken: „Besser wäre, weniger Tiere und die besser halten.“ Die Investitionsförderung für Landwirte werde er künftig auf gute Haltungsbedingungen in den Ställen ausrichten.

Höhere Kosten für Dünger und Diesel schlagen bei vielen Höfen auch auf die Ertragslage durch. „Die Erzeugerpreise für Getreide- und Ölsaaten lassen auf den ersten Blick zwar eine positive Stimmung vermuten“, erläuterte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands. „Doch diese verbesserte Erlössituation wird durch die beispiellos explodierten Betriebsmittelpreise für Düngemittel und Energie ausgebremst.“ afp/dpa

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