München – Angesichts der vorhergesagten Omikron-Welle schließen Lehrerverbände einen Schul-Lockdown nicht aus. „Durch die Omikron-Variante verschärft sich die pandemische Lage massiv – auch an den Schulen“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND). „Das Motto der Politik darf auf keinen Fall mehr heißen, dass es Präsenzunterricht um jeden Preis geben muss.“ Wechsel- und Distanzunterricht dürften „kein Tabu“ sein. Der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte RND, angesichts der vielen ungeimpften Schüler habe die Omikron-Variante gerade in den Schulen vergleichsweise leichtes Spiel. „Ein harter, kurzer Lockdown, inklusive Schulschließungen mit Distanzunterricht, wäre im Zweifel immer noch besser, als wieder über Monate eine Situation zu haben, in der mal geöffnet und mal geschlossen ist.“
Die Politik zumindest in Bayern hatte zuletzt wenig Bereitschaft gezeigt, wieder Schulen zu schließen. „Präsenzunterricht ist und bleibt die oberste Maxime“, erklärte Kultusminister Michael Piazolo (FW). Die FDP-Bildungsexperte Matthias Fischbach unterstützt diese Linie. „Die Mär vom kurzen Schul-Lockdown nach Weihnachten haben wir schon letztes Jahr gehört… Lernziel verfehlt, Herr Lehrerpräsident Meidinger!“ Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme gibt es dennoch: Ab 10. Januar wird auch für geimpfte und genesene Schüler wieder eine Testpflicht gelten.
BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann rät zur Vorsicht. „Wir erwarten, dass die Staatsregierung auf Grundlage der aktuellen Aussagen der Virologie auch im Bereich der Schulen eine sichere Entscheidung trifft“, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. „Auf Biegen und Brechen die Schulen aufzulassen, das wird wohl nicht gehen.“
Wenn das Leben draußen stillgelegt werden müsse, dann könne in den Schulen das Leben nicht beben. Zwar wünschten sich die Schulen „endlich Normalität“. Jedoch müsse Distanzunterricht, Wechselunterricht und Präsenzunterricht wohl auch nach den Weihnachtsferien je nach regionaler gesundheitlicher Lage kritisch abgewogen werden. dw/epd