von Redaktion

„Habt ihr eigentlich schon mal vom Lehnssystem im Mittelalter gehört?“ begann die Biberin Frau Dr. Raspelzahn. „Da steckt nämlich auch das Wort leihen drin.“ Wir Enten setzten uns in unsere Nester und freuten uns auf die Erklärung, aber die Biberin machte es wieder spannend. Sie machte eine kleine Pause. „Nein? Gut, dann will ich es mal erklären: An der Spitze des Lehnssystems stand ein König oder Kaiser. Dieser vergab Lehen, meistens Land, an andere Adelige. Die mussten ihrem Lehnsherren dafür die Treue schwören und Kriegsdienste leisten. Dafür durften sie das Land nutzen. Der Adelige wiederum war Lehnsherr für die Bauern auf seinem Land. Er schützte sie vor Angriffen und sie mussten dafür Abgaben entrichten. Die Bauern mussten ziemlich viele Abgaben leisten. Jeder, der Feuerholz sammelte, musste den Holzpfennig abdrücken. Wenn man Waren durch den Wald transportierte, musste man Wegezoll leisten. Weidegeld musste man auch zahlen. Und beim sogenannten ‚Hauptfall’, beim Tod des Familienoberhauptes, musste die Bauernfamilie das beste Stück Vieh hergeben.“ Wir hatten gebannt zugehört. Klara quakte: „Wie ungerecht!“ „Der Bauer hatte das schlechteste Schicksal“, schnatterte ich. Eure Paula

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