Bürgermeister mit dem Tod bedroht

von Redaktion

Reichsbürger legen Privat-Handy des Rathauschefs mit Beschimpfungen lahm

Freising – Ein Bürgermeister im Landkreis Freising ist von Reichsbürgern massiv bedroht worden. auf einem Telegram-Account wurde er an den Pranger gestellt, ein Tribunal verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Der Staatsschutz ermittelt.

Der Bürgermeister, der anonym blieben will, hatte von der örtlichen Schule eine E-Mail weitergeleitet bekommen. In der E-Mail wurde die Schule wegen der Corona-Tests beschimpft, im bekannten Tonfall der Reichsbürgerszene hieß es, die Lehrer gehörten vor ein Kriegsgericht. Der Bürgermeister machte über die E-Mail-Adresse die Telefonnummer eines Ferienhofes im Allgäu ausfindig. In dem Glauben, die Adresse sei von den Reichsbürgern missbraucht worden, rief er dort an. Die Frau am Telefon war aber keineswegs entsetzt – sondern bekannte sich offen zu den E-Mails. „Ich habe in ein Wespennest gestochen“, berichtet der Bürgermeister. Denn nun hatte die Frau die Handynummer des Bürgermeisters.

Daraufhin setzte Anfang Dezember ein regelrechter WhatsApp- und SMS-Terror gegen den Rathauschef ein. Insgesmat waren es mehrere hundert Beschimpfungen. Sein Handy wurde dadurch mehr oder minder lahmgelegt. Er sei zum Tode verurteilt und mit ihm seine Familie „bis in die vierte Generation“, wurde ihm unzählige Male mitgeteilt. Er solle noch seine „letzten Stunden genießen“.

Der Mann wandte sich an die Staatsschutzabteilung der Kripo Erding. Zehn Tage lang stand der Kommunalpolitiker unter Polizeischutz. Trotzdem geriet er noch ins Fadenkreuz eines szenebekannten Reichsbürgers mit dem Namen Thorsten Gerhard Jansen, der Kontaktdaten des Bürgermeisters auf Telegram veröffentlichte und gleichfalls Todesdrohungen ausstieß – nicht nur gegen den Bürgermeister, sondern gegen unzählige weitere Politiker und Impf-Ärzte. Jansen ist nach einem Bericht des Portals t-online mittlerweile im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg) verhaftet worden. Resümee des Bürgermeisters: „Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch. Aber so etwas ist schwer zu verkraften.“  mm

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