Rechtsextreme werben für „Montagsspaziergänge“

von Redaktion

München – „Der Dritte Weg“, eine rechtsextreme Splitterpartei, hat die Pandemie für sich entdeckt und versucht, die bundesweite Protestwelle für sich zu nutzen. Regelmäßig ruft die Partei in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten wie Telegram zur Teilnahme an den sogenannten Montagsspaziergängen in ganz Deutschland auf, immer wieder sind auch Aufrufe für Termine in Oberbayern darunter. Nach eigenen Angaben mischen sich Anhänger der Partei unter die „Spaziergänge“ und verteilen dabei auch Flugblätter.

Auf der Terminliste der Rechtsaußen-Partei stehen etwa auch die jüngsten Treffen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort ist die Empörung groß. „Es ist erschreckend und besorgniserregend, dass rechtsradikale Parteien zu den Montagsspaziergängen aufrufen und die Meinungsfreiheit sowie das Demonstrationsrecht für ihre Ziele missbrauchen“, sagt etwa Murnaus Vizechefin im Rathaus, Julia Stewens (FW). Auch in ihrem Ort gab es schon „Spaziergänge“. Sie appelliert an alle Kritiker der Corona-Maßnahmen: „Lasst euch nicht wie die Kinder von Hameln von Rattenfängern verführen!“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht bei den Gegnern von Impfungen und Corona-Maßnahmen teilweise einen „erheblichen Fanatismus“. Dass einige ihre Kinder einspannten oder sich in Einzelfällen sogar bewaffneten, sei „etwas, was uns Sorge bereitet“, sagte Herrmann gestern. Es gebe Verbindungen zum Rechtsextremismus, „wo man bekanntermaßen auch mit Gewalttaten rechnen muss“. Er sehe aber keine terroristische Qualität.

Herrmann unterstrich, dass es sich bei den Gegnern von Impfung und Corona-Maßnahmen weiter um eine Minderheit handele. Dennoch müssten die Gegner ernst genommen werden.  as/mm/lby

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