Gestern flog Waldkauz Ulrich bei mir vorbei – gerade als es angefangen hatte zu schneien. Langsam rieselten die Flocken zu Boden, erst ganz wenige, dann wurden es immer mehr – wie herabschwebende winzige Stückchen Zuckerwatte. Wie begeisterte Kinder drehten wir zwei Vögel unsere Köpfe in den Himmel, sperrten die Schnäbel auf und hofften, dass ein paar Schneeflocken direkt in unsere Schnäbel flogen.
Ich fragte meinen Waldkauzfreund: „Sag mal Ulrich, sind eigentlich alle Schneeflocken gleich?“ Ulrich schaute mich mit seinen großen Kauzaugen an und krächzte los: „Natürlich nicht, Wetterente Paula. Jede noch so kleine Schneeflocke ist einzigartig. Kein Schneeflöckchen ähnelt dem anderen. Doch sieht man das leider nicht mit dem bloßen Auge. Hätten wir jetzt eine gute Lupe oder noch besser ein Mikroskop, dann würde man erkennen, dass sich die Schneeflocken zwar gleichen, aber eben nicht gleich sind. Die Schneeflocke entsteht in den Wolken. An den winzigen gefrorenen Wassertröpfchen, die die Zweibeiner auch Eiskristalle nennen, frieren immer mehr Wassertröpfchen und Staubteilchen von der Luft fest. So wächst jede Schneeflocke in einer einzigartigen Kombination.“ Eure Paula