München – Was als private Silvesterfeier begann, endete noch vor Mitternacht in einem Großeinsatz: In Ampfing (Kreis Mühldorf am Inn) attackierte ein 19-Jähriger erst seine beiden Freunde (17 und 20) mit spitzen Gegenständen und verletzte den jüngeren so schwer, dass er notoperiert werden musste. Dann griff er eine Nachbarin an, streckte einen Rettungssanitäter mit einem Faustschlag nieder und verletzte zwei Polizistinnen. Laut Polizei hatten die jungen Männer zuvor Drogen konsumiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun unter anderem wegen versuchten Totschlags gegen den 19-Jährigen.
Anders als in Ampfing verlief die Silvesternacht vielerorts ruhig. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim vermeldet 273 Einsätze, das sind 64 mehr als ein Jahr zuvor. „Erfreulicherweise hielten sich die allermeisten Menschen an die geltenden Regeln zur Eindämmung der Pandemie“, heißt es in einer Mitteilung des Präsidiums. Auch in Ingolstadt spricht man von einer „eher ruhigen Silvesternacht“. 265 Einsätze zählte das Präsidium Oberbayern Nord.
Das Bayerische Rote Kreuz bilanziert ebenfalls eine ruhige Silvesternacht. Es sei zu mehr Einsätzen als im Vorjahr gekommen, aber immer noch weniger als vor der Pandemie. „Es zeigt sich, dass der Großteil der Gesellschaft solidarisch dazu beigetragen hat, dass das ohnehin angespannte Gesundheitssystem nicht zusätzlich belastet wird“, sagte BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk.
Unfälle blieben auch diesen Jahreswechsel nicht aus. So wurden drei Menschen bei einem Verkehrsunfall am Ammersee zum Teil lebensgefährlich verletzt. Ein Auto war auf Höhe des Herrschinger Ortsteils Wartaweil (Kreis Starnberg) von der Straße abgekommen und hatte sich überschlagen. Nach einem Wohnungsbrand in Augsburg erlag ein 67-jähriger Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
Trotz des Verkaufsverbots für Feuerwerkskörper wurden mehrere Menschen durch Böller verletzt. Im Landkreis Eichstätt verlor ein junger Mann einen Finger. Ein 25-Jähriger erlitt in Bayreuth eine schwere Augenverletzung, als mehrere Geschosse aus einer Feuerwerkbatterie in seinem Gesicht landeten. Ein dreijähriges Mädchen wurde in Forchheim von einem Böller verletzt, den der 39-jährige Vater mit seinen Kindern gezündet hatte.
Böller wurden auch im Kreis Garmisch-Partenkirchen zum Ärgernis: In Großweil warf ein Mann mehrfach Feuerwerkskörper auf Passanten und Fahrzeuge. 200 Quadratmeter Wiese brannten bei Oberau wegen einer verirrten Silvesterrakete. Weil die Brandstelle in unwegsamem Gelände lag, musste die Bergwacht die Feuerwehr unterstützen. kbk/lby