Kaltenbrunn – Szenen wie im Fernsehkrimi haben sich am Sonntagmorgen im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Kaltenbrunn zugetragen. Ein Grundstücksbesitzer beendete den lange schwelenden Streit mit dem Besitzer eines Opel-Cabrios, indem er das widerrechtlich abgestellte Fahrzeug mit dem Bulldog vom Gelände schob und dabei völlig demolierte.
Das Auto eines Mannes aus Tirol stand offenbar bereits seit Längerem auf einem Parkplatz, der zum Grundstück des Kaltenbrunners gehört. Mehrfach habe er Kontakt zu dem Tiroler aufgenommen, der das Fahrzeug mit ungarischem Kennzeichen zurückgelassen hatte. Die Polizei hält es nicht für ausgeschlossen, dass sich der Österreicher auf diese Weise des Autos entledigen wollte.
Nachdem der Grundstücksbesitzer keine Antwort vom Fahrzeugbesitzer erhalten hatte, schritt er am Wochenende selbst zur Tat und schob das Auto erst vom Parkplatz, dann über die Bundesstraße bis zum Langlaufparkplatz in der Nähe des stillgelegten Bahnhofs. Auf dem Weg dorthin überschlug sich das Fahrzeug und verlor diverse Anbauteile. Ein anderer Verkehrsteilnehmer bemerkte das auf dem Dach liegende Cabrio und vermutete einen Unfall.
Die hinzugerufene Polizei konnte allerdings schnell Entwarnung geben und verfolgte die Spuren bis auf das Grundstück. Dessen Eigentümer gab bereitwillig Auskunft über den Ablauf der Räumungsaktion. Die endete mit einem Totalschaden, den ein Gutachter aber nur noch auf rund 1600 Euro bezifferte. Den Kaltenbrunner erwartet nun eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Ob der Besitzer des Opels rechtliche Probleme bekommt, hängt davon ab, ob das Fahrzeug noch eine gültige Zulassung hatte. CHRISTIAN FELLNER