Neulich unternahm ich einen Ausflug in die Stadt. Als ich über eine große Wiese flog, erspähte ich ein großes Zirkuszelt. Ich war neugierig, landete und spähte hinein.
Was ich sah verschlug mir den Atem: Eine Zweibeinerin hing dort in schwindelerregender Höhe kopfüber von der Decke! Lediglich das linke Bein war um ein buntes Tuch gewickelt, das ihr Halt verschaffte. Denn die durchtrainierte Künstlerin schien keinen Sicherheitsgurt zu verwenden. Auch ein Netz fehlte.
Ich atmete einmal tief durch. Dann lugte ich wieder in das Zelt und erstarrte: Jetzt ließ sich die Artistin auch noch einige Meter in die Tiefe fallen, um kurz vor dem Boden wieder weich von dem Tuch aufgefangen zu werden. Das sah sehr gefährlich und zugleich so elegant und elfengleich aus. Erst jetzt entdeckte ich das bunte Plakat neben dem Eingang, das die Show ankündigte: „Erleben Sie Lisa Lione – die weltbeste Künstlerin am Vertikaltuch“, stand da geschrieben. Darunter folgte eine Erklärung: Vertikaltücher sind in einigen Metern Höhe aufgehängt und hängen senkrecht, also vertikal, herab. Die Tücher werden zum Wickeln, Einhängen, Schwingen, Drehen und Auffangen in und aus den verschiedenen Positionen in der Luft verwendet. Eure Paula