Erneut „Spaziergänge“ mit vielen Teilnehmern

von Redaktion

München – Der Protest gegen die Corona-Maßnahmen hält an. In etlichen Landkreisen waren am Montagabend wieder Menschen auf die Straße gegangen. Insgesamt waren es mehr als 10 000. Den größten Protest gab es mit 4200 Teilnehmern in Nürnberg. In den Landkreisen Dachau, Freising, München und Bad Tölz-Wolfratshausen gingen in vielen Städten und Gemeinden jeweils einige hundert Menschen auf die Straße – in Erding waren es sogar mehr als 1500 – so viele wie noch nie. In Penzberg demonstrierten 1100 Bürger. Die Proteste liefen großteils friedlich ab.

Der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer will weiterhin auf Deeskalation setzen, betont er gegenüber unserer Zeitung. „Diese Strategie ist bisher zum Glück aufgegangen.“ In Passau habe man gesehen, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam, weil man per Allgemeinverfügung durchgreifen wollte. „Das wollen wir unter allen Umständen vermeiden“, sagt Bayerstorfer. Außerdem müsste man dann die Innenstadt abriegeln, was dem Handel und der Gastronomie massiv schaden würde. Er fürchtet auch, dass dann viele kleine Gruppen unkontrolliert durch die Stadt laufen würden. „Dann hätten wir keine Handhabe mehr.“ Eine Maskenpflicht im Freien hält der Landrat bei den derzeitigen Inzidenzen für nicht umsetzbar. Und Abstandsregeln seien schwer zu überwachen, weil unter den „Spaziergängern“ viele Familien seien.

Vielerorts versammeln sich auch immer mehr Gegendemonstranten. Zum Beispiel in Bad Tölz. Eine Gruppe hatte ein Plakat mit der Aufschrift „Eine Corona-Infektion ist kein Spaziergang“ dabei. Auf einem anderen war der Engel Aloisius abgebildet, der schimpfte: „Ziagd’s eich o und geht’s impfn – zefix! Do herobn kon i eich ned bracha.“ Einige Gegendemonstranten wurden von den „Spaziergängern“ beleidigt.  ham/ast/mm

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