Ehrwald/Augsburg – Larissa Luttinger von der Ehrwalder Alm in Tirol dachte erst an einen Scherz, als plötzlich eine Frau vor ihr an der Schänke stand und ihr eine Notlage beschrieb. „Sie habe mit dem Navi ein Problem, nun stecke sie in der Piste fest“, schilderte die Mitarbeiterin auf der Hütte dem österreichischen Fernsehsender Servus TV. Tatsächlich hatte es eine SUV-Fahrerin aus dem Raum Augsburg geschafft, von Ehrwald aus über Forststraßen und Pisten auf 1500 Meter Höhe zu gelangen, und das ohne Schneeketten. Bis eben dort an der Bergstation die Räder durchdrehten und unter dem Gelächter der vielen Skifahrer auf der Terrasse die Reifen auch noch in die Piste eingruben.
Doch wie konnte das passieren? Wahrscheinlich hatte die Frau im Navi des SUV die kürzeste Strecke zwischen Ehrwald nach Seefeld in Tirol eingegeben und übersehen, dass schon zu Beginn Fahrverbotsschilder stehen. Dass die Frau dabei zweimal die Abfahrt querte, eine Liftspur kreuzte, davon ließ sie sich nicht weiter beirren. Sie folgte einfach immer brav ihrem Navi, bis eben zur Ehrwalder Alm. „Sie fragte mich, ob ich eine Schaufel hätte, um das Auto freizuschaufeln“, erzählt Larissa Luttinger von der Begegnung. „Ich sagte, das wird nicht klappen mit dem Freischaufeln, Geh’ zur Bahn hoch, damit die das Auto rausziehen.“
Den Job übernahm Pistenraupenfahrer Patrick Leiner, der den SUV anhängte und aus den Schneelöchern zog. Sein Eindruck von der Fahrerin: „Sie war nervös und zitterte.“ Doch das Freischleppen auf der Skipiste gelang problemlos. Ein Kollege von ihm begleitete die Frau aus Schwaben dann nach unten, denn nun hatte sie die Courage etwas verlassen. Immerhin: Außer skurrilen Szenen hat sich am Berg nichts Schlimmes ergeben. mc