Gestrichene Schul-Exkursionen

Verständlich, aber jammerschade

von Redaktion

DIRK WALTER

Und täglich grüßt das Murmeltier bzw. das Coronavirus: Wie schon im Vorjahr werden fast alle außerschulischen Aktivitäten bis ins Frühjahr hinein nicht stattfinden können: Exkursionen, Skilager, Besinnungstage, Berlin-Fahrten werden von der Omikron-Welle zur Strecke gebracht. Der Jammer an den Schulen ist groß – verständlicherweise: Denn Schule besteht ja aus mehr als Mathe und Deutsch, sie ist ein sozialer Raum, in dem sich Klassengemeinschaften formen (sollen), ein Ort der sozialen Interaktion, der idealerweise ein Stück weit auch für das Leben schult – und in dem die Schüler ihre Lehrer auch als Menschen, nicht nur als Pauker, kennenlernen können. Schade, sehr schade, dass das jetzt erst mal wegfällt. Man könnte jetzt zwar ein Stück weit kritisch fragen, ob es nicht vorhersehbar war, dass die Zahlen im Winter wieder ansteigen – gewitzte Schulleiter hatten ihre Exkursion in den Berliner Reichstag ja auch gleich in den ersten Schulwochen angesetzt. Andererseits kann man halt ein Skilager im Sommer schlecht durchführen.

Ohnehin ist jetzt nicht die Zeit für solche Vorwürfe. Die Schulen haben alle Hände voll zu tun, die Omikron-Welle im alltäglichen Schulbetrieb zu bewältigen. Es könnte sein, dass in den Klassenzimmern da bald der Notstand ausbricht. Denn es wäre ein Wunder, wenn der Anstieg der Infektionszahlen an den Schulen spurlos vorüberginge. Angesichts der Quarantäneregeln könnten bald größere Lücken in den Klassenzimmern entstehen – was wiederum zum Digital- oder gar zum allseits ungeliebten Wechselunterricht führen wird. Es muss nicht so kommen, aber die Schulen müssen sich leider darauf einstellen.

Dirk.Walter@ovb.net

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