Miesbach/München – Das Amtsgericht München hat gestern vier Männer wegen versuchter Gefangenen-Befreiung zu Haftstrafen zwischen zwölf und 16 Monaten ohne Bewährung verurteilt.
Die Angeklagten (23 bis 48 Jahre), allesamt Mitglieder einer rumänischen Großfamilie, gehörten zu den Haupttätern, die im August die Polizeiinspektion in Miesbach stürmen wollten. Dort saß ein Verwandter in Gewahrsam. Er war am Vortag wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes festgenommen worden. Die Attacke kam überraschend. Nur sechs Polizisten waren zum Tatzeitpunkt vor Ort. Mit Schlagstöcken und Pfeffergas verteidigten sie ihre Behörde gegen eine angreifende Gruppe von über 20 Personen. Unter ihnen waren auch Frauen und Kinder, die wie Schutzschilde die Formation anführten. Den Beamten flogen Schuhe, Haarbürsten und Steine um die Ohren. Die aufgebrachte Menge machte einen Riesenwirbel. Die Angreifer versuchten die Eingangstür aufzubrechen und wurden schließlich auch handgreiflich. Ein Beamter erlitt gleich zweimal einen Faustschlag gegen den Kopf. Das zeichnete eine Body-Cam deutlich auf. Später traf von überall her Verstärkung ein. Insgesamt waren über 100 Polizisten im Einsatz. Aus München kam sogar ein Gefangenen-Transporter nach Miesbach. wal