Mit dem Löffel blutig geschlagen

von Redaktion

Pflegeeltern stehen wegen Misshandlungsvorwürfen vor Gericht

Ansbach – Sie hatten ein Herz für Hunde, doch für ihre Pflegekinder soll das Haus von Gabriele und Martin P. im fränkischen Windsbach die Hölle gewesen sein. Seit Montag müssen sich die beiden 51 und 58 Jahre alten Pflegeeltern wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor dem Amtsgericht Ansbach verantworten. Laut Staatsanwalt Matthias Jarschel fügten sie ihren sechs zugewiesenen Kindern 19 Jahre lang unvorstellbare Qualen zu – während Gabi P. selbst auf Demos als Tierschutz-Aktivistin unterwegs war und Tierquäler im Netz als „Dreckspack“ bezeichnete. Die Kinder bekamen laut Anklage ungenießbaren Haferbrei, mussten die Nacht im Winter nackt im Garten oder in einem Brennholz-Verschlag verbringen, bis die Füße blau anliefen. Dann soll Gabi P. einem Mädchen Wärmesalbe in die Augen geschmiert haben, bis dieses vor Schmerzen schrie. Als das Mädchen den Haferbrei ausspuckte, soll P. ihr mit einem Löffel den Kopf blutig geschlagen haben. Eigene Exkremente aufessen, Hiebe mit dem Bambusstock, Schlafen im Stehen – all das listet die Anklage als Strafmaßnahmen auf. Gabriele P.s Motto sei „Wer nicht hört, muss fühlen“ gewesen, so der Staatsanwalt. Ihr Partner habe davon gewusst, die Kinder aber nicht geschützt.

Zum Prozessauftakt stritten beide Angeklagten alle Vorwürfe ab und verweigerten aus die Aussage. Dadurch bleibt den sechs Pflegekindern die Konfrontation im Gerichtssaal nicht erspart.

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