Wie der Winterdienst mit moderner Technik für Sicherheit sorgt

von Redaktion

Dafür, dass Autofahrer freie Bahn haben, sorgt im Kreis München Frank Plate mit seinem 44-köpfigen Team. Der 57-Jährige ist Leiter der Straßenmeisterei in Riem, die zusammen mit dem Stützpunkt Sauerlach fürs Schneeräumen auf den Staats- und Bundesstraßen in den 29 Landkreis-Kommunen zuständig ist. Im Interview verrät er, wie ein typischer Wintertag abläuft.

Gibt es eine Wettersituation, die dem Winterdienst besonders zu schaffen macht?

Mit Schneefall und normaler Eisglätte haben wir keine Probleme, aber mit Blitzeis – das ist tückisch. Doch die Wetterprognosen sind heutzutage so präzise, dass wir meist vorher wissen, wann wir extra viel Salz ausbringen müssen.

Wie läuft ein typischer Tag im Winterdienst ab?

Für den ersten Mitarbeiter beginnt der Dienst um 2.30 Uhr. Er ist unser Späher. Schon auf dem Weg nach Sauerlach oder Riem eruiert er die Lage: Müssen wir das volle Programm fahren auf unserem 383 Kilometer umfassenden Streckennetz oder reicht eine optimierte Runde? Bei dieser streuen wir nur Walddurchfahrten, Brücken und Steigungen. Im Landkreis München gibt es 55 solcher Knackpunkte, beispielsweise den Grünwalder Berg. Dort haben wir, wie anderswo auch, eine Glättemeldeanlage installiert, inklusive Kamera. Sensoren messen die Luftfeuchtigkeit sowie die Fahrbahntemperatur in fünf und 30 Zentimetern Tiefe. All diese Daten sieht der Späher auf dem iPad und trifft anhand der jeweiligen Wetterparameter eine erste Entscheidung fürs Einsatzvolumen.

Was passiert während einer Räumfahrt?

Über das PC-Programm „Salzmanager“ wird das Gemisch berechnet. Unsere Kombi-Streumaschine hat Trockensalz und 6600 Liter Sole im Tank – mit der Sole benetzen wir das Salz, bevor wir es ausbringen. So entsteht Feuchtsalz, es haftet besser auf der Fahrbahn. Das Mischverhältnis berechnet der Fahrer je nach Bodenverhältnissen und Witterung. Die Zukunft wird sein, gar kein Trockensalz mehr einzusetzen, sondern zu 100 Prozent Sole.

Wie viele Winterdienstler sitzen in einem Fahrzeug?

Immer nur einer! Das Cockpit ist so strukturiert, dass der Fahrer allein die Salzmenge variieren, den Schneepflug bedienen und bei Bedarf gleichzeitig noch telefonieren kann. Nach seiner Schicht desinfiziert der Mitarbeiter das Fahrzeug nach einem genau vorgegebenen Plan. So stellen wir sicher, dass Kollegen sich nicht untereinander mit dem Coronavirus anstecken. Bislang hatten wir, toi-toi-toi, keinen einzigen Ausfall.

Interview: Martin Becker

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