München – Die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Münchner Erzbistum sollen sich weiter für die Kirche engagieren – gerade jetzt. Dazu ruft der Vorsitzende des Diözesanrats, Hans Tremmel, auf. In einem Brief im Vorfeld der Pfarrgemeinderatswahlen am 20. März stellt er fest: „Das Multiorganversagen ist nicht mehr zu leugnen, zu verharmlosen und zu kaschieren. Konsequenzen müssen jetzt und nicht irgendwann gezogen und begonnen werden.“
Man dürfe nicht allein auf die Ergebnisse des Synodalen Wegs warten, „weil uns hier einfach die Zeit davonläuft und mit ihr die Menschen“. Schon jetzt müsse angepackt werden, um das Bistum zu verändern. Ehrenamtlich Engagierte in der Kirche hätten es derzeit nicht leicht, weiß Tremmel. „Nicht wenige von ihnen müssen sich dafür rechtfertigen oder sogar beschimpfen lassen“, dass sie sich in der Pfarrgemeinde engagieren, schreibt der Diözesanratsvorsitzende. Selbst Hochengagierte seien zum Kirchenaustritt fest entschlossen. Doch gerade jetzt „werden wir dringend gebraucht, um Entscheidendes verändern zu können in der Institution, an der uns aus guten Gründen doch noch etwas liegt“.
Tremmel will nicht, dass Kinder in 20 Jahren von Jesus nichts mehr mitbekämen, weil es kaum noch kirchliches Leben gibt: „keine Glaubensverkündigung, keinen Religionsunterricht, keine karitativen Einrichtungen – nur weil wir heute sagen: Wir schmeißen jetzt wegen dieser Verbrechen alles hin“. cm