München – Bayern hat kaum noch Lehrkräfte in der Mobilen Reserve, dem Pool an verfügbaren Vertretungskräften. Bei der Stichtagserhebung zur Vertretungssituation im November waren in allen sieben Regierungsbezirken gerade einmal 387 Vollzeitstellen einsatzfähig. Zum Vergleich: Zum Schuljahresbeginn 2021/2022 standen zumindest in der Statistik rund 2550 Vollzeitkapazitäten für den Einsatz in der Mobilen Reserve zur Verfügung. Die Zahlen belegen, dass bereits vor dem Corona-Winter und den zu erwartenden Lehrerausfällen auch durch andere Krankheiten kaum noch freie Kapazitäten verfügbar waren.
„Eigentlich soll die Mobile Reserve kranke Lehrkräfte vertreten und so dafür sorgen, dass der Unterricht weiterhin planmäßig stattfinden kann“, sagte Thomas Gehring, Sprecher für Lehrkräfte der Grünen-Fraktion. Insgesamt seien aber 20 Prozent der Mobilen Reserve im Moment gar nicht einsatzfähig. Darunter etwa Reserve-Lehrerinnen, die selbst schwanger seien und die Schulen deshalb gar nicht mehr betreten dürfen. „Gegenwärtig brennt es an den Schulen hinten und vorne.“ Es räche sich nun, dass die Staatsregierung nicht schon vor dem Schuljahresbeginn die Reserve aufgestockt habe.
Am Donnerstag hatte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) gesagt, dass die steigenden Corona-Zahlen inzwischen für Probleme an manchen Schulen sorgten. Insgesamt seien aber immer noch an mehr als 90 Prozent aller Schulen alle Klassen im ganz normalen Präsenzunterricht. lby