München – Nach einer verlorenen Saison mit Stillstand in den Skigebieten belasten nun hohe Energie- und Personalkosten die Betreiber von Liften und Seilbahnen in Bayern. Für Energie müssten mindestens 50 Prozent mehr bezahlt werden, für Personal wegen der erschwerten Bedingungen in der Pandemie etwa 10 bis 15 Prozent, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) mit. Es sei ein enormer Aufwand für die Seilbahnen, die behördlichen Vorgaben umzusetzen. Sie bräuchten zusätzliche Kräfte für die Kontrollen – und es gebe massive Probleme, überhaupt Mitarbeiter zu bekommen. Obwohl diese Zusatzkosten die Seilbahnunternehmen belasteten, sei dem VDS jedoch nicht bekannt, dass irgendwo die Preise während der Saison erhöht werden sollen.
Zum kommenden Winter wollen manche Betreiber durchaus über eine Verteuerung der Skipässe nachdenken. „Die Frage ist eher, um wie viel wir die Preise erhöhen müssen“, sagte der Geschäftsführer der Bergbahnen Ofterschwang-Gunzesried im Allgäu, Thomas Dusch. Er rechne für die laufende Saison mit Mehrausgaben von rund 200 000 Euro. Gerade nach dem coronabedingten Totalausfall im vergangenen Winter sei das schmerzhaft. Die Gesamtverluste für Liftbetriebe durch die verlorene Saison hatte der VDS auf 80 bis 99 Millionen Euro beziffert.
Immerhin habe es im Allgäu zuletzt viel geschneit, sagte Dusch. Daher könne man jetzt schauen, wo man bei der Beschneiung sparen könne. „In unserer Höhenlage ist der Schneefall aber inzwischen ein Lotteriespiel.“
Die Betreiber achteten schon immer auf einen effektiven Einsatz von Energie und Ressourcen, sagte Matthias Stauch, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn. Auch eine VDS-Sprecherin betonte, die Unternehmen betrieben seit vielen Jahre ein konsequentes Energiemanagement, um den Verbrauch zu reduzieren. lby