Die Biberin Berta Raspelzahn hielt meiner Entenfreundin Klara und mir mal wieder einen Vortrag darüber, warum wir kein Brot essen sollten. Klara wusste das nämlich nicht mehr und wurde tomatenrot im Gesicht. Ich quakte: „Du musst doch nicht rot werden!“
Die Biberin erzählte uns, dass Klara beim Rotwerden keine Wahl hat. Wenn wir uns schämen, bereitet sich der Körper auf eine mögliche Flucht vor. Der Puls wird erhöht, Adrenalin wird ausgeschüttet und wir sind besser durchblutet – deshalb bekommen wir auch einen roten Kopf. Das hängt mit den Urinstinkten zusammen. Berta Raspelzahn sagte, dass es das Peinlichkeits-Gefühl schon seit Anfang der Zweibeiner gibt. Die leben nämlich in Gruppen zusammen und früher war es wichtig, gewisse Regeln einzuhalten. Wenn man sich damals arg gestritten hat, haben einen die anderen vielleicht nicht mehr beschützt und das konnte sehr gefährlich werden. Bis heute gilt: Wir schämen uns, wenn wir in einer Situation nicht das tun, was die anderen erwarten. Das schlechte Gefühl zeigt uns also, was in der Situation nicht als angemessen gilt. Auch ist der rote Kopf quasi eine wortlose Entschuldigung. Übrigens: Enten vertragen Brot nicht, weil es in unseren Mägen quillt. Eure Paula