Ein Toter nach Lokal-Besuch

von Redaktion

Weiden: Flasche Champagner soll vergiftet gewesen sein

Weiden in der Oberpfalz – Nach dem Besuch in einem italienischen Lokal in Weiden ist ein 52-jähriger Mann gestorben. „Nach vorläufigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass in dem Lokal acht Personen ein kontaminiertes Getränk getrunken haben, was zu Vergiftungserscheinungen führte“, sagt Andrea Meier, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Gegen halb ein Uhr nachts ging der Notruf bei den Rettungskräften ein. „Einige haben am Boden gelegen und ein paar hatten Krampfanfälle, als die Beamten eintrafen“, sagt Meier. Die acht Verletzten kamen in umliegende Krankenhäuser nach Regensburg, Amberg und Tirschenreuth. In einer der Kliniken starb ein 52-Jährige aus dem Kreis Schwandorf im Laufe der Nacht.

Die Gruppe hatte sich in dem italienischen Restaurant am Unteren Markt eine Magnum-Flasche Champagner geteilt, wie „Der Neue Tag“ berichtet. Der Zeitung zufolge soll die Flasche korrekt verschlossen gewesen und am Vortag gekauft worden sein. „Aktuell gibt es keine Hinweise, dass im Lokal absichtlich etwas in die Flasche gefüllt wurde“, sagt Meier. Dem BR teilte die Kriminalpolizei mit, es werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, es würden aber keine konkreten Personen als Beschuldigte geführt.

Schon nach den ersten Schlucken soll den Gästen, zwischen 33 und 52 Jahre alt, übel geworden sein. Zudem sei das Getränk nicht transparent, sondern verfärbt gewesen.

Sonntagnacht war die Notaufnahme des Regensburger Universitätsklinikums von drei bis 5.30 Uhr gesperrt. Der Grund: Blausäure-Verdacht. Ein Patient habe Kontakt mit einer „undefinierbaren Flüssigkeit“, teilte das Amt für Brand- und Katastrophenschutz mit. Jetzt ist aber klar: Blausäure war es nicht.

Dass die Vorfälle miteinander in Verbindung stehen könnten, wollte die Polizei nicht bestätigen, aber auch nicht ausschließen. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden hat zur Aufklärung die Sonderkommission „Markt“ gegründet und erhofft sich Hinweise von Zeugen. „Ein Betroffener wurde bereits aus dem Krankenhaus entlassen“, sagt Meier. „Für die anderen besteht keine Lebensgefahr mehr.“ C. SCHRAMM

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