München – Der Hopfenerdfloh oder die Gemeine Spinnmilbe finden in der Landespolitik in der Regel eher wenig Beachtung. Gestern aber waren die beiden Arten Thema im Agrarausschuss des Landtags. Denn beide sind Profiteure des Klimawandels – und ein Dorn im Auge der bayerischen Hopfenbauern.
Mit dem Anbau auf einer Fläche von gut 17 000 Hektar in Bayern ist der Hopfen eine der bedeutendsten Kulturpflanzen in Bayern. Schließlich ist er die Grundlage für eines der Grundnahrungsmittel der Bayern, das Bier. Doch auch die Hopfenbauern spüren den Klimawandel, wie ein Bericht des Landwirtschaftsministeriums auf Antrag der SPD-Fraktion zeigt. Während die Klimadaten bis zum Beginn der 1990er-Jahre noch relativ stabil waren, hat sich seitdem die Jahres- Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad und die mittlere Sonnenscheindauer um mehr als 100 Stunden erhöht. Für den Hopfen bedeutet die zunehmende Zahl an Hitzetagen erheblichen Stress. Denn auch wenn sich die Vegetationsdauer teilweise verlängert hat: Der Hopfen blüht unter diesen Bedingungen früher, dadurch sinkt der Ertrag und auch die Qualität leidet. Zusätzlich werden die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlingsbefall – etwa durch den Hopfenerdfloh oder die Gemeine Spinnmilbe.
„Unsere wichtigste Waffe gegen den Klimawandel im Hopfenanbau ist die Zucht“, sagte der Ministeriumsvertreter. Neue Sorten mit Ursprüngen aus der USA steckten die klimatischen Bedingungen besser weg. Sie müssten aber von den Brauern auch angenommen werden. Dieses Umdenken finde bislang allerdings nur langsam statt. Neben den neuen Sorten müssten aber auch umweltverträgliche Bewässerungssysteme geschaffen werden, um den ausbleibenden Niederschlägen zu trotzen. DOMINIK GÖTTLER