Waldkauz Ulrich sah sehr unzufrieden aus, als wir ihn gestern trafen. Sein Sonnentuch hatte Löcher wie ein Schweizer Käse.
„Apropos Schweizer Käse“, schnatterte Agnes. „Habe ich euch schon mal vom Schweizer-Käse-Modell gequakt?“ Ulrich, Klara und ich schüttelten die Köpfe. Agnes fuhr fort: „Bei diesem Modell geht es darum, dass Fehler oder Unfälle dadurch entstehen, dass mehrere Sicherheitsbarrieren versagen. Ähnlich wie beim Schweizer Emmentaler gibt es Sicherheitslücken oder Löcher, die ungleichmäßig verteilt sind. Und weil Käsescheiben nicht alle gleich sind, haben sie Löcher an unterschiedlichen Stellen. Genauso ist es mit den Risiken – sie sind auch unterschiedlich verteilt.“
„Wer arbeitet mit so einem Käsemodell?“, schnatterte ich. „Es wird angewendet in Bereichen, wo besondere Risiken bestehen, zum Beispiel bei der Corona-Pandemie. Alle Einzelmaßnahmen wie Testen, Hygieneregeln, Maskenpflicht, Abstandsregeln und Impfen sind alleine quasi löchrig und entfalten erst zusammen eine größere Schutzwirkung.“
Da hatte der Waldkauz eine Idee: „Ich habe noch ein zweites Tuch mit ein paar Löchern, wenn man die übereinanderhängt, dürfte es einigermaßen dicht sein.“ Eure Paula