Grüne fordern Rücktritt von Prälat Wolf

von Redaktion

München – Die Grünen im Landtag haben Prälat Lorenz Wolf zum sofortigen Rücktritt von seinen öffentlichen Ämtern aufgefordert. Wolf solle damit die Konsequenzen aus den im Münchner Missbrauchsgutachten gegen ihn erhobenen „schwerwiegenden Vorwürfe“ ziehen, heißt es in einem gestern veröffentlichten Brief an Wolf. Dieser ist von den Fraktionsspitzen Katharina Schulze und Ludwig Hartmann unterzeichnet. Seine Ämter nur ruhen zu lassen, reiche nicht aus. Wenn Wolf echte Verantwortung übernehmen wolle, müsse er sofort und dauerhaft zurücktreten, erläuterte Hartmann.

Der Prälat wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen. Das Ordinariat erwartet eine Stellungnahme „zeitnah“. Die Grünen sehen keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Prälaten als Vorsitzenden im Rundfunkrat des BR und als Leiter des Katholischen Büros Bayern. Zurückziehen müsse sich der Priester auch aus Gremien mehrerer kirchlicher und nicht kirchlicher Bildungseinrichtungen und aus dem Landesplanungsbeirat des Wirtschaftsministeriums. Die Grünen bedauern, dass Wolf bisher als einziger der noch lebenden Bistumsverantwortlichen keine inhaltliche Stellungnahme zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen abgegeben habe. Dessen Statement in der BR-Rundfunkratssitzung habe „nicht dazu beigetragen, die schwerwiegenden Vorwürfe auszuräumen“, so Hartmann. Wolf müsse sich „jetzt wirklich dringend öffentlich zu den Vorwürfen äußern, dass er seine Pflichten verletzt hat“.  kna/cm

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