Klara und ich sollten auf das Entenbaby einer Bekannten aufpassen. Als wir das Entenjunge im Nest schlafen gelegt hatten und es selig schlummerte, kam Klara aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Ich schnatterte, dass dieses Niedlich-Finden tatsächlich biologisch veranlagt ist. Kleine Tierbabys und Zweibeinerkinder haben meistens ganz bestimmte Merkmale, die auf Zweibeiner und höher entwickelte Tiere die gleiche Wirkung haben. Ich wollte von meiner Freundin wissen, was genau sie denn so süß an dem Entenbaby findet. Klara quakte: „Ach, da gibt es so viel! Die großen Kulleraugen machen mich fertig, aber auch die runden Wangen, der große Kopf und die hohe Stirn. Und generell sieht das Baby tollpatschig aus, das ist so herzerwärmend!“ Ich kicherte und erzählte Klara, dass genau das die Merkmale vom sogenannten Kindchenschema sind. Wir sind darauf programmiert, dass wir solche Dinge niedlich finden, damit wir uns um unseren Nachwuchs kümmern. Diese Attribute sind für unser Gehirn ein Zeichen, dass ein Wesen hilfsbedürftig ist und wir wollen es automatisch beschützen. Das funktioniert sogar so gut, dass selbst Erwachsene, die zum Teil dem Kindchenschema entsprechen, für uns attraktiver wirken. Eure Paula