München – Während die Berliner Ampel-Koalition noch um eine Initiative zum Umbau der Nutztierhaltung ringt, kündigt der Freistaat für den Sommer den Start eines eigenen Förderprogramms für mehr Tierwohl an. Zunächst soll sich das Programm „BayProTier“ an Schweinehalter richten. Geplant sind zwei Stufen, in denen Landwirte finanzielle Unterstützung für zusätzliche Tierwohlmaßnahmen bekommen, wie das bayerische Agrarministerium am Freitag mitteilte. Bieten Landwirte ihren Schweinen etwa mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, Auslauf im Freien oder mit Stroh eingestreute Liegeflächen, sollen sie die höheren Kosten vom Staat prämiert bekommen. „Mit unserem Programm stellen wir sicher, dass das Geld genau dort ankommt, wo die Kosten für mehr Tierwohl entstehen – nämlich in den Betrieben. Es honoriert Tierwohlleistungen, die der Markt alleine nicht honoriert“, sagte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU).
Das Förderprogramm muss die EU-Kommission noch genehmigen. Erst danach stehen die genauen Fördersätze fest. Im Sommer soll das Programm für Zuchtsauen und die Ferkelaufzucht starten – zunächst mit einem Volumen von sechs Millionen Euro. In den kommenden Jahren könnte das Programm auf bis zu 50 Millionen Euro für weitere Nutztierarten ausgeweitet werden. Kaniber fordert aber gleichzeitig von der Bundesregierung einen Plan zum Umbau der Nutztierhaltung.
Am Freitag wurde außerdem angekündigt, dass konventionelle Rinderhalter künftig an der Initiative Tierwohl teilnehmen können. In dem Branchenbündnis zahlt der Lebensmitteleinzelhandel Aufschläge, wenn die Landwirte bestimmte Kriterien einhalten, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen. Für den Geflügel- und Schweinebereich läuft die Initiative bereits. Kritiker bemängeln aber immer wieder, dass die Kriterien zu lasch seien. dg