München – Bayerns neuer Landespolizeipräsident Michael Schwald sieht trotz der regelmäßigen Proteste von Impfgegnern noch kein Auseinanderdriften der Gesellschaft durch die Corona-Krise. „In Krisenzeiten ist die gesellschaftliche Betriebstemperatur leicht erhöht, das spürt man natürlich auch in Pandemiezeiten“, sagte Schwald. Von einem Auseinanderdriften würde er aber erst sprechen, wenn die Krise vorbei ist und die Intensität der Auseinandersetzung und der unversöhnlichen Gegensätze bliebe. „Ich hoffe es nicht und ich kann es mir auch nicht vorstellen“, betonte er.
Die Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen, die die Polizei seit Monaten stark beschäftigen, sieht Schwald nicht als problematisch an. „Was wir jetzt haben, ist ein normaler Prozess in der Demokratie, dass die einen sagen ,Ich bin für das Impfen‘ und die anderen sagen ,Ich bin gegen das Impfen‘“, sagte der 54-Jährige.
Er tritt heute offiziell sein neues Amt an. Der bisherige Augsburger Polizeipräsident folgt auf Wilhelm Schmidbauer, der nach knapp neun Jahren als Polizeichef in den Ruhestand geht. Schwald ist ein Seiteneinsteiger bei der Polizei. Seinen Werdegang bezeichnet er als „eher ungewöhnlich“. Der gebürtige Augsburger hatte einst ein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst abgebrochen, um Jura zu studieren. Später hatte er verschiedene Posten bei der Staatsregierung inne, 2013 wurde der Jurist dann Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. „Es ist ein gutes Zeichen, dass die Bayerische Polizei auch für solche Karrieren offen ist“, sagte Schwald. lby