Kirchenaustritte steigen um das Dreifache

von Redaktion

Wie viele Menschen aus der Kirche austreten, kann bislang nur schlaglichtartig nachgefragt werden bei Standesämtern und Kreisverwaltungsrefereraten. Die genaue Rechnung kann immer erst mit Verspätung präsentiert werden: Die Gesamtzahl der Menschen, die aus der Kirche ausgetreten ist, wird traditionell im Juli verkündet. Dann aber liegt erst die Gesamtzahl der Austritte für das Vorjahr vor.

Aktuell zeigen stichprobenartige Nachfragen, dass die Austrittswelle weiter hoch ist. In München gab es seit Jahresbeginn mehr als 4700 Kirchenaustritte. Waren es vor der Veröffentlichung des Gutachtens 80 pro Arbeitstag, sind es derzeit 150 bis 160. Die Nachfrage ist nach Angaben der Stadt dreimal so hoch wie zu Jahresbeginn. Trotz verlängerter Öffnungszeiten und Personalumschichtungen sei es nicht möglich, alle Austrittswünsche zeitnah zu bedienen.

In der Stadt Freising gab es im Vorjahr bis März 100 Austritte – in diesem Jahr sind es bereits 234. Ähnlich schaut es in Miesbach aus: Vom Jahresbeginn bis 21. Februar traten im Vorjahr 19 Gläubige aus, in diesem Jahr waren es im gleichen Zeitraum 97. „Letztes Jahr hatten wir 200 Kirchenaustritte. Dieses Jahr sind wir jetzt schon bei 100“, berichtet Andreas Meier, Leiter des Standesamts Gilching (Kreis Starnberg). Das gleiche Bild im Standesamtsbezirk Markt Indersdorf (Kreis Dachau): Bis jetzt sind in diesem Jahr 186 Kirchenaustritte verzeichnet. Im vergangenen Jahr waren es bis zum 23. Februar 34 Kirchenaustritte.

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