Das Virus bremst den Zuzug

von Redaktion

München – Der Großraum München bleibt eine Wachstumsregion, doch die Pandemie hat den Zuzug etwas gebremst. Das geht aus den jüngsten Regionalzahlen des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) hervor. Mit Blick auf die Zukunft werden in den Kreisen Dachau und Ebersberg besonders viele Neubürger erwartet, in Starnberg hingegen fällt die Prognose verhalten aus. Ein Überblick.

Weniger Zuzug

Seit den 90er-Jahren ist die Region München stetig gewachsen. 2,93 Millionen Menschen lebten im Jahr 2020, auf dem die Daten des Planungsverbands basieren, in der Region. Zum Gebiet des Planungsverbands zählen die Stadt München sowie die Landkreise Dachau, Freising, Erding, Ebersberg, München, Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg. Seit 2010 ist die Region damit um 240 000 Einwohner gewachsen. Doch im Corona-Jahr 2020 sind erstmals seit vielen Jahren mehr Menschen aus der Region weggezogen, als neue Bewohner zugezogen sind. Besonders jüngere Menschen aus dem Ausland kamen während der Pandemie weniger als in den Jahren zuvor in die Region. Das negative Wanderungssaldo wurde allerdings dadurch ausgeglichen, dass es knapp 5500 mehr Geburten als Sterbefälle gab.

Wachstumsregionen

Auch wenn Corona den Zuzug gebremst hat: Für die Zukunft rechnen Statistiker in allen Landkreisen im Großraum München mit einem Wachstum. Am deutlichsten soll das in Dachau und Ebersberg ausfallen. Bis 2040 soll die Bevölkerung in beiden Landkreisen um etwas mehr als zehn Prozent steigen. Die niedrigste Wachstumsprognose weist der Landkreis Starnberg mit drei Prozent auf, auch in Fürstenfeldbruck sind es nur 5,3 Prozent. Insgesamt hätte die Region der Prognose nach bis zum Jahr 2040 einer Einwohnerzahl von 3,16 Millionen.

Altersschnitt steigt

Das höchste Durchschnittalter in der Region weist aktuell der Kreis Starnberg auf (45,4), in München und Freising ist der Anteil der Jüngeren größer (Schnitt jeweils bei 41,6). Laut Prognose steigt der Altersschnitt bis 2040 aber in allen Regionen – in Erding am deutlichsten von 42,6 auf 45.

Arbeitsmarkt

1,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte arbeiteten 2020 im Großraum: 898 000 in der Stadt München, 601 000 im Umland. Trotz der Corona-Lockdowns im Frühjahr und im Winter 2020 blieb die Beschäftigung relativ stabil auf hohem Niveau – der Planungsverband führt das auf die Kurzarbeits-Regelung zurück.

Pendeln ins Umland

Knapp eine Million Pendler verzeichnete der Planungsverband im Jahr 2020. Darunter fallen alle Menschen, die zum Arbeiten in eine andere Kommune innerhalb der Region fahren oder die aus der Region herausfahren oder hineinpendeln. Langfristig zeigt sich ein interessanter Trend: Immer mehr Menschen aus der Stadt München pendeln zur Arbeit ins Umland oder sogar noch weiter hinaus. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der auspendelnden Städter um ein gutes Drittel gestiegen. Trotz dieser Entwicklung pendeln immer noch mehr zur Arbeit nach München als aus der Stadt hinaus.

Wohnungsbau

13 550 Wohnungen sind im Jahr 2020 in der Region entstanden – etwas mehr als in den Vorjahren. Doch der Planungsverband stellt fest, dass es vor allem beim Sozialwohnungsbau nur langsam vorangeht. Hier wurden in der gesamten Region nur 985 geförderte Wohnungen bewilligt, 730 davon in der Landeshauptstadt. Jüngst hatte der Planungsverband eine Analyse vorgelegt, wonach in den Landkreisen genug Wohnraumreserven für den prognostizierten Zuzug vorhanden wären. Diese Potenziale auch wirklich zu heben und daraus auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sei die größte Herausforderung, erwiderte etwa Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU). dg

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