Gesundheitsämter weiter in Personalnot

von Redaktion

Grünen-Anfrage zeigt: Sechs Ämter ohne Leitung, acht ohne Stellvertreter

München – Bayern tut sich offenbar schwer damit, die auf Führungsebene bestehenden Personallücken der Gesundheitsämter zu schließen. Das geht aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage von Katharina Schulze, Grünen-Fraktionschefin im Landtag, hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Demnach wurde für frei gewordene Leitungsstellen an insgesamt sechs Ämtern im Freistaat bisher keine Nachfolge gefunden. Es handelt sich um die Gesundheitsämter Berchtesgadener Land, Freising, Weißenburg-Gunzenhausen, Aschaffenburg, Schweinfurt und Neu-Ulm. In Deggendorf und Schwandorf würden in Kürze originäre Leitungen bestellt, teilt das Gesundheitsministerium mit.

Zudem sind an acht Gesundheitsämtern die stellvertretenden Leitungen unbesetzt – nämlich in Weilheim-Schongau, Rottal-Inn, Regensburg, Bamberg, Kronach, Haßberge, Aichach-Friedberg und Lindau. In Erding, Freyung-Grafenau und Kelheim würden die jeweiligen Dienstposten in Kürze besetzt.

Das Problem ist nicht neu. Wie regelmäßige Grünen-Anfragen ergaben, waren schon zu Beginn der Pandemie – im April 2020 – vier Leitungen und neun stellvertretende Leitungen vakant, ein Jahr darauf waren es zehn Leitungen und eine stellvertretende Leitung, im Oktober 2021 waren schließlich sieben Leitungen und neun stellvertretende Leitungen unbesetzt. „Sowohl bei den vakanten Leitungs- als auch stellvertretenden Leitungsstellen sind die Regierungen aktiv, um diese baldmöglichst zu besetzen“, betont das Ministerium.

Für Schulze ist das zu wenig. Die Regierung von Markus Söder (CSU) sei „auch nach über zwei Jahren Pandemie mit angezogener Handbremse unterwegs“, sagt sie unserer Zeitung. Dass es weiter an Leitungspersonal fehle, sei „grob fahrlässig“. Schulze fordert deshalb eine Ausbauoffensive der Gesundheitsämter – inklusive einer passgenauen Digitalisierungsstrategie. SEBASTIAN HORSCH

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