Aus einer Jagdhütte wird ein Luxus-Chalet

von Redaktion

Ärger im Gemeinderat Bad Wiessee über nicht beantragten und aufwendigen Umbau

Bad Wiessee – Im Bergwald bei Bad Wiessee (Kreis Miesbach) ist ein schmuckes Gebäude entstanden, das eher einem Feriendomizil als einer Jagdhütte gleicht: Terrasse mit Seeblick, breite Fensterfront. Landwirt und CSU-Gemeinderat Alois Fichtner war irritiert, als er vor Kurzem auf die umgebaute Hütte nahe der Holzer Alm stieß. „Da wurde ein kleines Chalet hingebaut“, berichtete er dem Gemeinderat. Dort oben würden Feste gefeiert. Fichtner forderte die Gemeinde auf, zu prüfen, ob dort alles mit rechten Dingen zugehe.

„Wir sind schockiert, dass sich dort jemand ein Refugium gebaut hat“, berichtet Bürgermeister Robert Kühn. Die Hütte sei nicht im Sinne der Gemeinde. Im Rathaus sei kein Antrag zum Umbau der Jagdhütte eingegangen. Der Eigentümer habe lediglich einmal nachgefragt wegen einer Dach-Erneuerung. Nicht erwähnt wurde in der Sitzung, wer der Besitzer ist. Hinter vorgehaltener Hand ist von einem Münchner Unternehmer die Rede. Er scheint Komfort zu schätzen: Die Terrasse der Hütte bietet über eine Schneise mitten im Wald einen freien Blick auf den Tegernsee. Ein beheizbarer Holzzuber für ein heißes Bad steht bereit. Dieser Ausbau gehe über das übliche Maß deutlich hinaus, betont Kühn.

Auch das Ordnungsamt hat bereits Beschwerden im Zusammenhang mit der Hütte bekommen. „Dort haben zuletzt unüblich viele Verkehrsbewegungen stattgefunden“, berichtet Kühn. Der Eigentümer hat zwar eine Sondergenehmigung für die Befahrung der Forststraße, müsse die Fahrten aber beschränken.

Nun soll die Miesbacher Bauaufsichtsbehörde überprüfen, ob der Umbau der Jagdhütte ordnungsgemäß passiert ist. Es gab bereits einen Ortstermin. Da es sich um ein Gebäude im Außenbereich handelt, gelten zum Schutz der Natur strenge Regeln. Bürgermeister Kühn hofft nun, dass die offenen Fragen schnell geklärt werden. „Und dass das Landratsamt hier hart durchgreift.“ GABI WERNER

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