München – Putinkrieg, Benzinkrise – und jetzt auch noch ein Wetter wie bei einem Weltuntergang. Südwestwinde tragen in diesen Tagen Sand und Staub aus der Sahara nach Nieder- und Oberbayern. Wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, wird vor allem am Mittwochmittag mit einer starken rötlich-braunen Verfärbung des Himmels gerechnet. Doch schon gestern färbte sich der Himmel gelb. Wenn es leicht regnet, kommt es zum sogenannten „Blutregen“, weil der Wüstensand ausgewaschen wird. Das herabfallende Wasser färbt sich dann bräunlich. Auf Autos oder Gartenmöbeln wird der Sand deutlich sichtbar. „Dies ist nichts Ungewöhnliches um diese Zeit“, sagte der Wetterexperte des DWD.
In Spanien war das Wetterphänomen schon am Montag sichtbar. „Die Costa Blanca sieht aus wie der Mars“, schrieben Online-Medien. Spektakuläre Bilder von einer orange-gelblich gefärbten Landschaft gingen durch die sozialen Medien, der Saharastaub sammelte sich am Himmel vor allem über der Provinz Alicante, aber auch in der angrenzenden Region Murcia und in der Provinz Albacete. Sogar vor Gesundheitsgefahren durch die sandige Luft wurde gewarnt.
Dabei wird bei Tiefdruckgebieten über Nordafrika Wüstensand aufgewirbelt und in höheren Luftschichten rund um die Welt getragen. Diese Winde erreichen vor allem im Frühjahr und Sommer Deutschland. Derzeit liege nach Angaben des Meteorologen schon wegen der anhaltenden Trockenheit viel Staub in der Luft. Nordostwinde tragen den Wüstensand ab Donnerstag dann wieder aus Deutschland heraus. mm/lby