Freising/Fürstenfeldbruck – Das Freisinger BRK ist in einer schwierigen Situation: Der Vertrag für das Impfzentrum läuft Ende April aus. Der Kreisverband muss sich neu bewerben. Den Zuschlag könnte aber auch ein rumänischer Bewerber bekommen, der billiger ist. Das mache die Planung gerade sehr schwer, sagt der Kreisvorsitzende Albert Söhl. Vielen Mitarbeitern ist die Situation zu unsicher, sie sind bereits abgesprungen. „In der freien Wirtschaft kann man so nicht arbeiten“, ärgert sich Söhl.
Aktuell läuft das Impfzentrum gerade in eingeschränktem Betrieb. Rund 30 bis 40 Impfungen finden täglich statt, darunter auch Erstimpfungen mit dem neuen Impfstoff Novavax. Auch die Kinderimpfungen laufen laut Söhl gut. Die mobilen Impfteams seien ebenfalls noch gut beschäftigt. Sie fahren in die Seniorenheime für die Viertimpfungen und in die Flüchtlingsunterkünfte. Söhl rechnet damit, dass die Nachfrage in den Impfzentren wieder steigen wird, sobald der modifizierte Impfstoff verfügbar ist, der eine höhere Wirkung gegen die Omikron-Variante haben soll. Das sei wohl Ende Juni der Fall.
In Fürstenfeldbruck wird das Landratsamt das Impfzentrum künftig selbst betreiben. Zuvor gab es eine europaweite Ausschreibung. Mehrere Anbieter hatten reagiert, einen Bewerber schloss das Landratsamt aber aus. Der strengte daraufhin ein Nachprüfungsverfahren an – damit war klar, dass es zu monatelangen Verzögerungen kommen könnte. Deshalb hatte sich die Kreisbehörde entschieden, das Zentrum selbst zu betreiben, damit das Impfen nahtlos weitergehen kann. hob/st