München – Im bayerischen Landtag wird es zum zweiten Mal einen Untersuchungsausschuss zur 2011 aufgeflogenen rechtsextremen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) geben. Grüne und SPD haben dazu gemeinsam einen Antrag eingereicht – die Stimmen der beiden Fraktionen reichen für die Einsetzung des Gremiums bereits aus. Es sollten insbesondere die Rolle der bayerischen Sicherheits- und Justizbehörden sowie der zuständigen Ministerien im Umgang mit der Mord- und Anschlagsserie des NSU beleuchtet werden, teilten die Fraktionen gestern mit.
Die Neonazi-Terrorzelle NSU – Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt – war über Jahre mordend durch Deutschland gezogen. Ihre Opfer waren neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin. Mundlos und Böhnhardt töteten sich 2011, um einer Festnahme zu entgehen. Seit dem Ende des ersten Untersuchungsausschusses 2013 seien wichtige neue Erkenntnisse zu den Hintergründen hinzugekommen, sagte der designierte Ausschuss-Vorsitzende, Toni Schuberl (Grüne). Deshalb brauche es den zweiten Untersuchungsausschuss. lby