Aufarbeitung nach Übergriffen in SOS-Kinderdorf

von Redaktion

München/Dießen – Der SOS-Kinderdorf-Verein will Fälle von Übergriffen auf Kinder und Jugendliche konsequent aufarbeiten. „Wir müssen unbedingt transparent sein und Vertrauen wiedergewinnen – nach außen, aber auch nach innen. Und das heißt insbesondere gegenüber den Kindern und Jugendlichen und gegenüber unseren Mitarbeitenden“, sagte die Vorstandsvorsitzende Sabina Schutter. Denn auch die Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen hätten von den Berichten über Missstände gehört – und haben nun Fragen. „Natürlich haben wir kritische Rückmeldungen bekommen, von unseren Kindern und Jugendlichen und auch von Spendern. Diese Kritik nehmen wir sehr ernst“, sagte sie. „Und man kann sich das Vertrauen nur mit einer umfassenden Aufklärung verdienen.“

Anfang Oktober 2021 hatte eine Studie Schlagzeilen gemacht, die „Grenzüberschreitungen“ zweier Betreuerinnen in einem Kinderdorf in Dießen am Ammersee nahelegt. Aus der Untersuchung des renommierten Missbrauchsexperten Heiner Keupp geht hervor, dass die beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen ihnen anvertrauten Kindern „Leid“ zugefügt haben. Kinder sollen zum Beispiel zum Essen gezwungen oder in den dunklen Keller gesperrt worden sein. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen.  lby/mm

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