Die besondere Breze

von Redaktion

Das Gebäck, das nur noch in wenigen Regionen bekannt ist

Zum Fasten gehört heute für viele dazu, auf Süßigkeiten zu verzichten. Doch ursprünglich war die Fastenzeit vor Ostern nur eine fleischlose Zeit und keine, in der man sich jeden Genuss verweigerte. Deshalb gab es in der Fastenzeit ganz besondere Speisen. Wir stellen einige vor. Heute: die Fastenbreze.

Brezen gibt es das ganze Jahr. Doch die Fastenbreze ist etwas ganz Besonderes, es gibt sie nur in der Zeit vor Ostern. Das Gebäck war einst in ganz Deutschland bekannt, heute wird es nur noch in einigen Regionen gebacken, wie beispielsweise in der Gegend um Biberach und in Österreich. Im Unterschied zu den klassischen Laugenbrezn werden Fastenbrezen vor dem Backen nicht in Lauge, sondern in kochendes Wasser getaucht oder damit besprüht. „Das ist vergleichbar mit Bagels“, erklärt Bernd Kütscher von der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim. Am besten schmeckt die Fastenbreze übrigens, wenn sie noch warm verspeist wird.

Um die Entstehung der Fastenbreze ranken sich zahlreiche Legenden. Einer zufolge wollte ein Biberacher Bäcker in der Fastenzeit Laugenbrezeln backen. Da der Lehrling aber vergessen hatte, die Lauge anzusetzen – was damals noch eine langwierige Prozedur war – warf der erboste Meister die Teigbrezeln in einen Bottich mit kochendem Wasser statt in Lauge, bevor er sie in den Ofen schob. Heraus kam die Fastenbreze. Die älteste urkundliche Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1511. Da wird sie in einem Bäcker-Zunftbrief genannt. Kirchenhistoriker vermuten, dass die Form einer Breze ursprünglich auf die christliche Darstellung eines Kreuzes mit umgebendem Ring zurückgeht. Wobei der Ring für den Heiligenschein steht. Die Brezen kamen aber auch für freudige Anlässe zum Einsatz: „Überreichten unverheiratete Männer ihrer Angebeteten eine sogenannte Liebesbreze und wurde diese angenommen, galt dies als Zusage an den Verehrer“, erklärt Theologie-Professor Manfred Becker-Huberti.

Zutaten für zwölf Brezn:

285 g lauwarmes Wasser 500 g Weizenmehl 10 g Salz 10 g Backmalz (oder Honig)

10 g frische Hefe 20 g zimmerwarme Butter

nach Belieben grobes Salz zum Bestreuen

Zubereitung:

1. Das Wasser in eine Rührschüssel geben, mit Mehl, Salz, Backmalz, Hefe und zimmerwarmer Butter verrühren und zu einem geschmeidigen Hefeteig kneten. Diesen zugedeckt 30 Minuten lang gehen lassen. 2. Den Teig in Stücke zu je 45 Gramm teilen. Dann aus jedem Teigstück einen Strang mit einer Länge von ca. 50 Zentimeter ausrollen und eine Breze formen. 3. Die fertig geformten Brezen mit Wasser besprühen und mit grobem Salz bestreuen. Am Backblech noch einmal für zehn Minuten gehen lassen. 4. Im vorgeheizten Backofen mit viel Dampf bei 210 ˚C ca. 15 Minuten lang backen. STEPHANIE EBNER

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