München – Die Modernisierung der 1023 Bahnhöfe in Bayern ist eine Langzeitaufgabe. Seit einigen Jahren steigen die Mittel, die dafür aufgewendet werden. Waren es 2012 erst 85 Millionen Euro, so sind es in diesem Jahr 241 Millionen. Der Großteil kommt vom Bund, aber auch Freistaat (60 Millionen) und die Bahn selbst (34 Millionen) steuern Mittel bei. Manchmal wird – wie in Forchheim in Oberfranken – nur das Empfangsgebäude geweißelt, manchmal sind es umfassende Sanierungen, sagte Bayerns Bahnchef Klaus Dieter Josel bei der Vorstellung des Investitionsoffensive der Bahn in Bayern.
Insgesamt werden in diesem Jahr wie schon im Vorjahr 2,35 Milliarden Euro in Bau und Sanierung von Bahnanlagen gesteckt. Etwa ein Zehntel der Summe entfällt auf die Bahnhöfe. „Starke Schiene heißt bei uns auch starke Bahnhöfe“, sagte Josel. Die Zeiten, in denen die Bahn ihre Empfangsgebäude verlottern ließ, sollen ein für alle Mal vorbei sein. So werden in einem mehrjährigen Programm die Hauptbahnhöfe der drei größten bayerischen Städte München, Nürnberg und Augsburg umgebaut. Aber auch in kleinere Stationen steckt die Bahn eine Menge Geld. Beispiele in diesem Jahr sind die Fertigstellung der Barrierefreiheit an den S-Bahnhöfen Feldkirchen und München Isartor, Poing, Heimstetten und Grafing. Am Bahnhof Fürstenfeldbruck baut die Bahn einen neuen Bahnsteig. Trotz dieser Millionenbeträge ist aber noch nicht einmal die Hälfte der Stationen barrierefrei. Bahnchef Josel kann aber darauf verweisen, dass zumindest die größeren Bahnhöfe mit Aufzügen versehen sind – sodass schon über 80 Prozent der Fahrgäste barrierefrei zum Zug kommen. Rolltreppen und Aufzüge sind ein Dauerthema bei der Bahn. Nach der subjektiven Sicht vieler Fahrgäste sind sie dauernd kaputt – oft über Monate. Josel bestreitet das entschieden. Er verweist auf ein Messsystem, das die circa 450 Aufzüge und Rolltreppen an Bayerns Bahnhöfen lückenlos überwacht. Demnach liegt die Verfügbarkeit der 450 Anlagen bei 98,4 Prozent.
Teil der Modernisierung ist auch der Austausch alter Bahnhofs-Anzeiger. Große Bahnhöfe mit Fernzug-Halt bekommen Monitore, auf denen auch ein stets aktuell gehaltener Wagenstandsanzeiger aufleuchtet – Gedränge am Bahnsteig wegen plötzlich geänderter Wagenreihung soll der Vergangenheit angehören. Kleinere Bahnhöfe werden ein Nachfolgemodell eines „dynamischen Schriftanzeigers“ bekommen. Über 1000 Stück sind an den Bahnhöfen in Bayern installiert – neue Modelle werden ab 2023 montiert. Und noch eine Neuerung konnte Josel verkünden: An den Bahnhöfen soll es künftig DHL-Packstationen geben. 150 der 800 Stationen bundesweit sind in Bayern, die ersten kommen nach Nürnberg und Erlangen, später auch nach München.