Berliner angelt sich See-Villa

von Redaktion

Besitzerwechsel am Königssee – Wird Café wieder eröffnet?

Schönau – Jedem Fahrgast auf einem Elektroboot des Königssee sticht sie ins Auge: die Villa Beust am Nordende des Sees, bekannt auch als Café Malerwinkel. Nun ist das Haus an einen Berliner Investor verkauft worden. Der Bürgermeister der Gemeinde Schönau am Königssee, Hannes Rasp, bestätigt den Eigentümerwechsel, der schon im vergangenen Jahr erfolgt sein soll.

Das Anwesen hat eine längere Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der zweigeschossige Flachsatteldachbau war im Jahr 1869 errichtet worden – und zwar im Auftrag des sächsischen Ministers Friedrich Ferdinand von Beust. Er galt als Gegenspieler von Bismarck und starb im Jahr 1886.

Viel mehr ist über die Villa, die am Eingang des Malerwinkels, einem gut besuchten Rundwanderweg am Königssee liegt, nicht bekannt. Die Villa gilt als „wichtiger Bestandteil des Ensembles Schiffslände Königssee“, teilt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit. Und: Das Haus „zeugt noch heute von der ersten Ansiedlung Fremder“.

Beim Berliner Investor weiß man um die Bedeutung des Villen-Bauwerks Bescheid. Unter Einheimischen werde es sicher mit einer gewissen Skepsis betrachtet, wenn sich „ein Berliner Investor hier einkauft“, sagt eine Mitarbeiterin der Team Global Management GmbH. Der hinter dem Unternehmen stehende Risikokapitalgeber Lukasz Gadowski gilt als Mitgründer des sozialen Netzwerks studiVZ und von Delivery Hero, einer Online-Bestell- und Lieferplattform.

Interessant dürfte sein, ob das seit zwei Jahren geschlossene Café wieder eröffnet wird. Die Gaststätte war im Jahr 1949 eröffnet worden, hat also eine lange Tradition. Im „Begleiter durch das Berchtesgadener Land“ aus dem Jahr 1949 wird die Einrichtung am Malerwinkel als das „einzigste (sic!) am See gelegene Café – Restauration – Gaststätte“ angepriesen – samt „Terrasse mit Ausblick auf See und Gebirgspanorama“. KILIAN PFEIFFER

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