So schmeckt das Essen der Zukunft

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

Hergolding – Der Zufall führte den Ex-Nationalspieler und den einstigen Sternekoch wieder zusammen: Mario Gomez war auf ein Foto von Holger Stromberg gestoßen – darauf sah dieser nicht nur zig Kilogramm leichter aus als noch zu seinen Zeiten als Koch der Nationalmannschaft, sondern auch „wesentlich gesünder“, wie Gomez erzählt. Der 36-Jährige rief Stromberg kurzerhand an und sagte: „Wow, siehst du gesund und gut aus. Wie hast du das gemacht?“ Holger Strombergs Antwort: „Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt.“ Pflanzliche Ernährung – das ist seit Jahren Strombergs Erfolgsrezept.

Gomez, der sich schon lange aus beruflichen Gründen mit gesunder Ernährung auseinandergesetzt hat, war von Strombergs Idee des „Organic Garden“ begeistert. „Weil es mir einfach schmeckt, was Holger macht.“ Sein Liebling in der Organic Garden Eatery, die es schon in Hergolding (Landkreis Ebersberg) und München gibt: der sogenannte Farmers Toast.

Ganz auf vegane Ernährung steigt der Ex-Nationalspieler trotzdem nicht um: „Dafür genieße ich zwischendurch viel zu gerne mal ein gutes Stück Fleisch.“ Auch seine Kinder ernähren Gomez und seine Frau Carina noch ganz konventionell. „Sie dürfen essen, was ihnen schmeckt.“ Der dreifache Vater erzählt: „Die eine Tochter greift lieber zur Gelbwurst, die andere nach einer Avocado.“ Wichtig ist dem Fußballer, dass die Lebensmittel im Einklang mit der Natur erzeugt werden, regional und saisonal sind.

Dieser Ansatz hat ihn bei Holger Stromberg derart überzeugt, dass er bei den Hightech-Farmen von Holger Stromberg „Organic Garden“ als Investor miteingestiegen ist. Über die Summe haben die beiden Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Bei Gomez handelt es sich um ein „ernsthaftes Engagement“, wie es die Herren nennen. Gomez sei einer der größten Investoren bei „Organic Garden“, sagt Mitbegründer Martin Seitle. Mittlerweile sind eine Million Euro zusammengekommen, auch durch die Crowdfunding-Kampagne, die noch läuft. Derzeit kann jeder 250 Euro in das Unternehmen einsteigen. Noch in diesem Jahr soll eine Pilotfarm von „Organic Garden“ im Münchner Umland entstehen. Eine weitere ist in Österreich geplant. Erklärtes Ziel bis 2030: An zehn Standorten sollen rund 1500 Mitarbeiter tätig sein und sich um die Ernährung der Zukunft kümmern.

Wie die aussieht, erklärt Holger Stromberg. Dem ehemaligen Sternekoch ist es nicht nur wichtig, dass die Nahrungsmittel gesund und ohne Zusatzstoffe sind, sondern auch gut schmecken: „Daran arbeitet unser Culinary Team täglich.“

Stromberg versteht sich als Trendgeber. „Wir entwickeln neue Geschmäcker, die nicht so weit weg von bekannten entfernt sein sollen. Die Basis ist die konventionelle Küche.“ So gibt es im Sortiment von „Organic Garden“ bereits eine herzhafte Bratensauce auf der Basis von regionalem Bio-Wurzelgemüse und würziger Reis-Miso-Paste, die sich perfekt zu pflanzenbasiertem Braten und Knödel mache.

Noch muss das Unternehmen die Lebensmittel für die bereits bestehenden Lokale zukaufen. Doch das soll sich bald ändern. „Organic Garden“ plant in nachhaltiger Landwirtschaft Obst, Gemüse, Pilze und Algen CO2-neutral zu erzeugen. Stromberg betont: „Das Kreislaufsystem der Farmen besteht aus unterschiedlichen Modulen, die mit einem grünen Energiekraftwerk betrieben werden.“

Der Abfallstoff eines Moduls dient wiederum als Energielieferant des nächsten, wodurch ein hocheffizienter Betrieb entsteht. Holger Strombergs Vision: „So setzen wir die Standards für die Landwirtschaft der Zukunft, stärken die regionale Wertschöpfungskette und schützen zugleich Ökosysteme.“

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