35 Ukrainer in Krankenhäuser gebracht

von Redaktion

Auch Unfallklinik Murnau nimmt Patienten auf

Murnau – Der Airbus 310 der Bundeswehr landete gestern Nachmittag am Nürnberger Flughafen. An Bord befanden sich 35 Menschen aus der Ukraine. Soldaten, eventuell auch Zivilisten – alle schwer verwundet. Sie stammen aus verschiedenen Behandlungszentren im Kriegsgebiet. Am Rollfeld warteten rund 100 Rettungskräfte, um die Menschen zu versorgen. Anschließend wurden sie per Rettungswagen in 35 bayerische Krankenhäuser gebracht. Acht Patienten werden in Mittelfranken versorgt, je sieben in Ober- und Unterfranken, vier in der Oberpfalz und je drei in Oberbayern, Schwaben und Niederbayern. Alle betroffenen Krankenhäuser verfügen über eigene Traumazentren. Eines davon ist die Unfallklinik Murnau. Die Kliniken werden über das Traumaregister angefragt, ob sie Kriegsopfer aufnehmen können, erklärt Professor Fabian Stuby, der Ärztliche Direktor der Klinik.

Er und seine Kollegen haben bereits vor gut zwei Wochen vier schwerverwundete Ukrainer aufgenommen. Damals handelte es sich um drei Männer und eine Frau. Einer der vier ist bereits wieder entlassen worden. Die Menschen kommen mit Schusswunden, Splitterverletzungen und Verbrennungen durch Bombardierungen, berichtet Stuby. Bei ihrer Versorgung hätten die Ärzte oftmals mit Sprachbarrieren zu kämpfen. In Murnau gibt es zwei Mitarbeiter, die Ukrainisch sprechen und dolmetschen können – allerdings sind sie nicht immer verfügbar. Einige der Geflüchteten können kein Englisch. Die Murnauer Unfallklinik sei darauf eingestellt, dass in den kommenden Wochen wohl noch weitere Kriegsflüchtlinge eingeliefert werden, sagt Stuby. Die meisten seien nicht frischverletzt, kommen aber oft mit infizierten Wunden. Wie schwer die Patienten verletzt sind, erfahren die Krankenhäuser wenn überhaupt erst kurz vor der Einlieferung.

Bislang sind in Bayern 17 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Krankenhäusern behandelt worden, berichtet ein Sprecher des Innenministeriums. „Die Patienten werden gleichmäßig auf die einzelnen Kleeblattbereiche verteilt.“ Dieses Prinzip soll sicherstellen, dass es zu keinen regionalen Überlastungen kommt. „Nun ist Bayern wieder an der Reihe, Patienten aufzunehmen“, sagte der Sprecher gestern.

Die Behandlungskosten bekommen die Kliniken komplett erstattet, berichtet er weiter. Die Kriegsflüchtlinge sind nach dem Asylbewerberleistungsgesetz automatisch krankenversichert. Die Transportkosten für den Flug nach Deutschland haben EU (75 Prozent) und Bund übernommen.  kwo/lby

Artikel 3 von 11