Frieding – Wenn Xaverl und Franz Josef am Sonntag um die Wette rennen, wird halb Frieding zusehen und anfeuern. Denn bei den beiden handelt es sich um zwei ortsansässige Ochsen, die sich mit weiteren 13 Konkurrenten messen werden. Der Anlass: der 100. Geburtstag des Trachtenvereins und der Landjugend. Gemeinsam wollen sie ihren Gästen etwas Besonderes bieten – deshalb bereiten sie seit Monaten das erste Ochsenrennen im gesamten Landkreis Starnberg vor. Geplant war das Spektakel eigentlich schon im Oktober – doch wie so vieles musste es Corona-bedingt ausfallen. Umso größer ist jetzt die Vorfreude der Trachtler. „Das wird eine super Sache, die niemand so schnell vergessen wird“, kündigt der Vorsitzende Michael Schaumberger an. Das Rennen beginnt um 13 Uhr, vorher gibt es einen Frühschoppen.
Nicht nur Xaverl, Franz Josef und Co. mussten wegen der Pandemie ihre Pläne verschieben. Auch viele christliche Brauchtumsveranstaltungen sind in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen – und sollen an diesem Wochenende nun endlich wieder stattfinden. Zum Beispiel die Wallfahrten. Gestern haben sich bereits 1500 Menschen von Regensburg aus auf den 111 Kilometer langen Weg zur Gnadenkapelle in Altötting gemacht. Zum Start bekamen die Gläubigen einen Segen von Bischof Rudolf Voderholzer. Er will die letzte der neun Etappen gemeinsam mit ihnen gehen. Die Ankunft ist am Samstagmorgen geplant, um 10.30 Uhr findet in der St.-Anna Basilika ein Pilgergottesdienst statt.
Die Holzkirchener Kerzenwallfahrt zum Bogenberg durfte 2021 lediglich in kleinem Rahmen mit etwa 100 Teilnehmern stattfinden. Heuer setzen die Veranstalter wieder auf eine rege Teilnahme. Seit diesem Jahr steht die Wallfahrt, bei der die Pilger eine mehrere Meter lange Kerze mit sich tragen, im Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Beginn ist am frühen Samstagmorgen in Holzkirchen.
Ebenfalls eine lange Tradition hat der Kötztinger Pfingstritt in der Oberpfalz. Bei der Männerwallfahrt ziehen am frühen Pfingstmontag knapp 800 Reiter in Tracht und auf geschmückten Pferden in Bad Kötzting los zur etwa sieben Kilometer entfernten Nikolauskirche in Steinbühl. Nach einer Messe und einer Rast kehren die Reiter zurück. Auch der Pfingstritt ist immaterielles Kulturerbe in Bayern. lf/lby