Hagelwalze rollt durch das Allgäu

von Redaktion

Hunderte Feuerwehr-Einsätze übers Wochenende – Niederbayern trifft’s ebenfalls hart

München – Weiße Weihnachten gibt es ja so gut wie nicht mehr, aber dafür jetzt weiße Pfingsten – zumindest im Allgäu. Heftige Hagelschauer haben am Wochenende eine dicke weiße Decke hinterlassen, die fast wie Schnee aussah. Der Hagelschauer im Landkreis Lindau war so heftig, dass Feuerwehr und Polizei zu mehr als 50 Einsätzen ausrücken mussten, teilte die Polizei gestern mit. Ein Beispiel: In Biessenhofen im Ostallgäu blieb ein Auto in einer vollgelaufenen Unterführung stecken. Die Feuerwehr konnte alle Insassen unverletzt befreien. Überhaupt gab es zwar spektakuläre Natur-Schauspiele, aber zum Glück weder Verletzte noch große Schäden.

In Immenstadt musste die Mittagsbahn aufgrund des Unwetters ihren Betrieb einstellen, auch hier wurden insgesamt vier Menschen aus ihrer Notlage befreit. In Wallershofen bei Schwangau wiederum schlug ein Blitz in ein Gebäude ein – die Rauchentwicklung war heftig, aber es gab nur geringfügige Schäden. Für Dissonanzen sorgte das Wetter auch in Memmingen: Das Musikfestival „Ikarus“ musste ab 15 Uhr eine Stunde lang unterbrochen werden, bevor es wieder rhythmisch wurde.

Neben dem Allgäu war vor allem Niederbayern betroffen. Bei Neukirchen (Landkreis Straubing-Bogen) stürzte ein Baum auf ein Auto, ebenso auf der Bundesstraße 388 nahe Velden im Landkreis Landshut. Allerdings war hier der Pkw am Fahren. Doch es gab in beiden Fällen einen Schutzengel: Niemand wurde verletzt. Die Feier verhagelt haben die Unwetter-Kapriolen den Bierzelt-Besuchern in Pilsting im Landkreis Dingolfing-Landau: Wegen des Gewitters musste das Zelt mit rund 2500 Gästen geräumt und die ganze Veranstaltung beendet werden.

Gekracht hat es auch im Tier-Freigelände des Nationalparks Bayerischer Wald in Neuschönau. Mehrere Bäume fielen auf Wanderwege. Auch gestern war der Park noch geschlossen, um aufzuräumen. Umgestürzte Bäume sorgten auch für Chaos auf den Gleisen, wie zwischen Landshut und Plattling. Die Feuerwehr meldete insgesamt für die Region mehr als 130 Einsätze.

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, sintflutartige Regenfälle – das gab es auch im Großraum München. So mussten etwa allein in Teilen Taufkirchens im Kreis Erding mindestens 15 Keller ausgepumpt werden. Den größten Schaden verzeichnet wohl die Grund- und Mittelschule in Wörth: Der Keller wurde überflutet – und die Turnhalle stand zehn Zentimeter tief unter Wasser.  mbi/dpa/ta

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