Tag 5 nach dem Bahnunglück in Burgrain. Die Aufräumarbeiten gehen weiter. Die Polizei gibt weitere Details zu den Opfern heraus. In der Region gibt es nach der Wiederöffnung der Autobahn ein Verkehrschaos. Die Lage im Überblick.
. Aufräumarbeiten: Die Bahnstrecke Garmisch-Partenkirchen–Oberau ist weiterhin gesperrt. Das wird auch noch längere Zeit so bleiben – wie lange, ist unklar. Züge fahren nur bis Oberau, von dort geht es mit Bussen weiter. Die Bahn bittet, auf Ausflugsfahrten zu verzichten. An der Unglücksstelle wurde der letzte umgestürzte Waggon am Montag von Kränen geborgen und für den Abtransport zerlegt. Die Teile wurden vorübergehend in der Nähe abgelegt. Zudem wurden Bäume geschnitten. Die Elektrolok, die den Zug anschob, und der Waggon vor ihr standen gestern weiter auf dem Bahndamm. „Die Lok sowie ein Wagen bleiben aufgrund weiterhin laufender Ermittlungsarbeiten noch bis auf Weiteres vor Ort“, teilte ein Bahnsprecher mit.
. Verkehrschaos: Gestern wurde die A 95, die nach dem Unglück bis zur Ausfahrt Sindelsdorf gesperrt worden war, wieder bis zum Autobahnende freigegeben – zum Ärger der Bewohner im Loisachtal. Prompt ergoss sich ein Verkehrsstrom über die Bundesstraße B 2. Beim Tunnel Oberau Richtung Süden musste der Verkehr stoßweise abgefertigt werden – Blockabfertigung. Da aber der darauffolgende Tunnel Farchant noch gesperrt war, zwängten sich die Autos durch die einspurige Dorfstraße von Farchant. Gestern wurden an der B 2, die an der Unglücksstelle vorbeiführt, Leitplanken montiert. Der Tunnel Farchant, an dem die Höhenkontrolle demontiert worden war, soll dann wieder freigegeben werden.
. Die Opfer: Vier Frauen und ein Jugendlicher sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. Zuletzt war am Samstag das fünfte Opfer unter einem umgestürzten Waggon geborgen worden – ein 13-Jähriger aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, wie die Polizei mitteilte. Unter den getöteten Frauen sind zwei 30 und 39 Jahre alte Mütter aus der Ukraine. Sie waren dem Vernehmen nach mit ihren Kindern nach Bayern geflüchtet. Zudem starben eine 51-Jährige aus Wiesbaden und eine 70-jährige Frau aus dem Landkreis München. Eine 34-jährige Frau befindet sich laut Polizei nach wie vor in einem kritischen Zustand.
Insgesamt wurden mehr als 40 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Die beiden großen Kirchen planen für den 11. Juni in Garmisch-Partenkirchen einen Gedenkgottesdienst mit dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, und dem evangelischen Regionalbischof Christian Kopp. as/dw/lby