München – Die Münchner müssen sich in Zukunft auf ein neues Bild einstellen. Denn jetzt kommt die neue Fahrradstaffel der Polizei so richtig in Fahrt. Am Freitag wurde sie am Olympiasee vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ganz offiziell vorgestellt. Schon seit April läuft nämlich ein einjähriges Pilotprojekt. Ziel sei es, weitere Einsatzmöglichkeiten von Fahrradstreifen zu testen und den Einsatz dort zu verstärken, wo es besonders sinnvoll ist, so Herrmann. Dabei geht es zum Beispiel um Parks wie den Englischen Garten, in denen Fahrräder deutlich flexibler sind als Streifenwagen. Die Radl-Polizisten könnten aber auch Verkehrsunfälle aufnehmen und Versammlungen begleiten.
Ganz neu sind die Beamten auf Fahrrädern nicht. Aber eine ganzjährig hauptamtliche Streife gab es eben noch nicht. Bayernweit sind derzeit 800 Polizisten mit der Sonderbekleidung fürs Fahrradfahren ausgestattet. Es stehen 599 Räder und 176 Pedelecs zur Verfügung. Ab Juli werden die Fahrradstaffeln auch in Nürnberg erprobt.
Polizeiobermeister Julian Rügamer (26) ist in München schon länger mit dem Fahrrad auf Streife. Auf die Frage, wer an dem Projekt teilnehmen möchte, meldete er sich sofort. „Meine Erfahrung bis dato ist sehr positiv“, sagt er. Der Bürgerkontakt sei wesentlich einfacher – vor allem zu Fahrradfahrern. Leiter des Projekts ist Polizeidirektor Ernst Neuner. Er erklärt, dass die Fahrräder ein ergänzendes Einsatzmittel werden sollen und es keine reinen Verkehrsstreifen gebe. Ernst verrät, dass es an den Rädern noch eine Änderung geben wird: Sie bekommen – zur besseren Sichtbarkeit – Blaulicht, zwei Blitzer vorne, einen hinten. PHILLIP PLESCH