Endlich wieder Filmfest

von Redaktion

Nach Durststrecke treffen sich die Stars der Szene wieder live

München – Heiß, heißer, Filmfest. Ein neuer Ort, geniale Schauspieler, die Lust zu feiern und schweißtreibende Temperaturen – das alles ergab am Donnerstagabend großes Kino. Im Gasteig-Ausweichquartier, im HP8 in Sendling, zeigte die Branche, wie man das Leben feiert. Nach langer Durststrecke entluden sich an diesem Abend Erleichterung und Freude in einer Party, wie sie München lange nicht mehr erlebt hat. „Es flimmert, es vibriert wieder“, freut sich auch Judith Gerlach, die als Digitalministerin einführende Worte im großen Saal der Isarphilharmonie sprechen durfte – nach Festivalleiterin Diana Ilijne und vor Bürgermeisterin Katrin Habenschaden.

Es ist nicht nur das erste große Filmfestival nach zwei pandemischen Jahren, es ist auch das Fest der Frauen. Mit Corsage, dem Eröffnungsfilm, thematisiert das Festival den Schönheitswahn von Kaiserin Sisi, die über ihre eindimensionale Rolle am Wiener Hof verzweifelte, in Magersucht und Depression abrutschte. Diese zerrissene Figur, die so gar nichts mehr mit dem romantischen Romy-Schneider-Mythos zu tun hat, faszinierte Hauptdarstellerin Vicky Krieps, seit sie im Sisi-Museum war. Sie selbst hatte die Idee zu dem Film – die österreichische Regisseurin Marie Kreutzer setzte ihn um. Mit Erfolg – in Cannes ausgezeichnet, in München mit donnerndem Applaus gefeiert. Krieps liebt München, seit sie hier auf dem Filmfest 2014 einen ihrer ersten Filme (Zimmermädchen Lynn) zeigen durfte. „Dabei sah mich der Regisseur Paul Thomas Anderson und besetzte mich in Der seidene Faden. Damit nahm meine Karriere richtig Schwung auf. Ich habe dem Festival hier viel zu verdanken.“ Als nächstes Projekt hat sie sich die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann vorgenommen, verriet die Berlinerin. Jetzt unterbrach sie Dreharbeiten in Amerika, um München ihre Aufwartung zu machen.

München – die große Liebe vieler Stars: Sibel Kekilli (heuer Jurymitglied) würde gar an die Isar ziehen, „wenn die Wohnungen bezahlbar wären“. Kollegin Rosalie Thomass hat das Glück, hier zu leben, radelte mit Ehemann Aron Lehmann zum Fest, zu „diesem coolsten Ort an diesem Abend“, wo man endlich wieder gemeinschaftlich Kino erlebe. „Filmfest zu Hause ist immer eine große Freude“, fasst es Constantin-Chef Martin Moszkowicz zusammen – umso mehr, als seine Partnerin Doris Dörrie heuer mit einer filmischen Hommage geehrt wird. MARIA ZSOLNAY

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