Polizei rät: Ausflügler sollen Garmisch meiden

von Redaktion

Ab Sindelsdorf wird scharf kontrolliert – Durchgangsverkehr wird umgeleitet

München – Wanderer, meidet Garmisch-Partenkirchen – zumindest an diesem Wochenende. Wer sich dieser Tage über die Garmischer Autobahn A 95 auf den Weg Richtung Süden macht, wird es schwer haben, bis zum Autobahnende vorzudringen. Schon an der Ausfahrt Sindelsdorf hat die Polizei die Fahrbahn gesperrt, jeder Autofahrer wird befragt, warum er wohin will. Wer dann angibt, er wolle über den Zirler Berg nach Österreich fahren, hat Pech. „Der Durchgangsverkehr wird in der Regel umgeleitet“, sagt eine Polizeisprecherin. Auch die Fahrt zu einem Wanderziel im Raum Garmisch ist zwar im Prinzip möglich, in der Praxis jedoch nicht ratsam: Die meisten Wanderparkplätze sind gesperrt. Die Polizei hat zudem etliche weitere Kontrollstellen eingerichtet, etwa an der B 23 bei Ettal und an der B 472 bei Murnau. Mobile Fahndungseinheiten kontrollieren „verdächtige“ Autos.

Anwohner sind von den Beschränkungen ausgenommen, „Ziel- und Quellverkehr in den Raum Garmisch-Partenkirchen ist möglich und erlaubt“, betont die Polizei. Allerdings werde es wegen Konvois zum Tagungsort Schloss Elmau und wegen der zum G7-Gipfel angekündigten Demos immer wieder zeitlich begrenzte Sperrungen der Ortsstraßen geben. Die größte Demo ist für Sonntag geplant: Ab 13 Uhr sind bis zu 3000 Teilnehmer am Bahnhofsvorplatz angekündigt, die dann einige Stunden lang durch die Marktgemeinde ziehen werden. Offizielles Ende ist um 19 Uhr. Der Tagungsort ist komplett abgesperrt. Einige Ausflugsziele sind geschlossen, etwa die Partnachklamm. Außerdem hat die Polizei mehr oder weniger alle Almhütten okkupiert, etwa die Meilerhütte und die Ederkanzel in Mittenwald.

Mit der Bahn ist Garmisch-Partenkirchen vom Norden seit dem Unglück ohnehin nicht mehr zu erreichen – Züge enden in Oberau. Während des G7-Gipfels ist der Markt auch von Süden her nicht per Schiene anfahrbar: Der Abschnitt Mittenwald-Garmisch-Partenkirchen wurde bis Mittwoch gesperrt.

Die große Frage wird sein, ob der überregionale Reiseverkehr den Raum Garmisch-Partenkirchen wirklich so großräumig umfährt, wie es die Polizei rät. Einreisenden aus Österreich etwa wird schon in Tirol durch große Hinweistafeln nahegelegt, den Grenzübergang Scharnitz zu meiden und lieber über die Inntalautobahn zu fahren.

Der stellvertretende Murnauer Polizei-Chef Clemens Schmitz spricht für viele, wenn er sagt: „Ich hoffe, dass Touristen die Region meiden, weil sie wissen, was hier los ist.“ D.WALTER/P.REINBOLD

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