Pendler auf der Werdenfelsstrecke sind nicht zu beneiden. Seit dem Bahnunglück häufen sich auf der Strecke Verspätungen und Zugstreichungen. Manche Streckenabschnitte wie Murnau–Oberammergau oder die Verbindungen von Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald und nach Reutte/Tirol sind gleich ganz gesperrt – nicht wegen des G7-Gipfels, wie uns manche weismachen wollen, sondern wegen des maroden Streckenzustands. Selbst wer Richtung Kochel will, muss jetzt umsteigen – kein Zug aus München fährt durch.
Eine ganze Urlaubsregion ist damit bahnfrei. Eigentlich ist das ein Desaster. Doch die Deutsche Bahn wie auch das Verkehrsministerium haben Glück, dass sich niemand wehrt. Unter dem Eindruck des Unglücks möchte ihnen niemand vorschnell Vorwürfe machen. Ein Aufstand der eh auf das Auto fixierten Lokalpolitik bleibt aus. Und die Fahrgäste? Die wehren sich auf ihre Weise – und fahren mit dem Auto.