Mit „Fack Ju Göhte“ lockte Elyas M’Barek als cooler Aushilfslehrer Zeki Müller ein Millionenpublikum in die Kinos. Für seine Rolle in „Türkisch für Anfänger“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis. Nach der Satire „Willkommen bei den Hartmanns“ oder zuletzt dem Polit-Thriller „Der Fall Collini“ flimmert M’Barek (40) nun in der Komödie „Liebesdings“ wieder über die Kinoleinwand. Gestern Abend war Premiere in München. Was den Filmstar und seine neue Rolle verbindet, hat er uns verraten.
Was ist denn ein „Liebesdings“?
„Liebesdings“ ist eine Wortschöpfung unserer Autorin und Regisseurin Anika Decker. Das Wort sagt eine der Theaterfrauen, die mich schlafend auf der Bühne entdeckt. Sie kennt mich aus den romantischen Komödien, aber der Name fällt ihr nicht ein. Deshalb erklärt sie ihren Kolleginnen: „Das ist doch dieser Dings, dieser Liebesdings!“ Für mich ist das ein wunderbarer Filmtitel.
Sie spielen auch in „Traumfrauen“ mit, Anika Deckers Regiedebüt. Machen alte Freundschaften die Arbeit einfacher?
Es ist schön, mit Leuten am Set zu stehen und zu arbeiten, die man schon so lange kennt und mit denen man auch privat verbunden ist. Bei Anika ist es wirklich so, dass wir einander schon seit Beginn unserer Karrieren kennen. Ich freue mich immer, wenn wir zusammenkommen, nicht zuletzt, weil sie ganz besondere Drehbücher schreibt.
Was ist so besonders an diesem Drehbuch?
Dass der Film so bunt ist und voller außergewöhnlicher Charaktere. Die Welt von „Liebesdings“ habe ich gleich gemocht, sie ist offen und einladend, lässt Menschen so gelten, wie sie sind, und macht große Lust, sie und ihre Ansichten zu entdecken.
Wie viel Elyas M’Barek steckt in diesem Filmstar namens Marvin Bosch, den Sie hier spielen?
Natürlich erlebt Marvin im Film Situationen, die ich selber sehr gut kenne. Etwa gleich zu Beginn, als ihm bei Dreharbeiten ein Assistent überall hin folgt. Dennoch ist dieser Marvin ganz klar eine Filmfigur. Im Unterschied zu ihm hatte ich nie den Drang verspürt, vor der Realität flüchten zu wollen. Ich fühle mich nicht so traurig oder alleingelassen wie er.
Marvin und seine Umgebung sind sehr damit beschäftigt, sein Image zu kontrollieren. Wie gut gelingt Ihnen das?
Ich mache mir keine Gedanken darüber. Man ist, wer man ist. Ich muss mich nicht verstellen, bei mir bekommt man das, was ich auch meine. Trotzdem ist es natürlich so, dass in Boulevard-Medien bisweilen Dinge erscheinen, die nicht stimmen. Aber Gerüchte gehören eben zu einem Beruf dazu, bei dem man in der Öffentlichkeit steht. Bedenklich finde ich das erst, wenn Grenzen überschritten werden oder die Privatsphäre zu sehr verletzt wird. Letztlich sollte man das alles nicht zu ernst nehmen.
Interview: Dieter Oßwald